Home    Links    Kontakt    Impressum

Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein

Autorenlesung mit Viola Roggenkamp im Lübecker Rathaus

Am Abend des 8. November kam auf Einladung der Vorsitzenden der DIG Schleswig-Holstein, Anke Eymer MdB, die Hamburger Schriftstellerin Viola Roggenkamp nach Lübeck. Die Begrüßung sprach der stellvertretenden Stadtpräsident der Hansestadt und Mitglied der DIG, Reinhold Hiller.

Im festlichen Ambiente des Audienzsaales des Lübecker Rathauses hatten sich 100 Gäste unter den Bildern des Malers Torelli versammelt, um an der Veranstaltung teilzunehmen. In acht Wandbildern stellt der italienische Rokokomaler Allegorien jener Tugenden dar, die eine gute Stadtregierung ausmachen. Freiheit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Voraussicht, Klugheit, Mäßigung werden durch weibliche Allegorien dargestellt, nur die achte durch einen Mann, der die Verschwiegenheit repräsentiert.

Nicht verschwiegen, sondern sehr beredt, stellte die Hamburger Autorin Viola Roggenkamp den Gästen Gedanken aus ihrem Buch „Erika Mann – eine jüdische Tochter“ vor.

In ihrem sehr persönlichen und eindringlichen Vortrag hob sie die in der Literatur über Erika Mann oft verdrängten Spuren des Jüdischen in der Familie des deutschen Dichters Thomas Mann hervor. Dabei spielte der gezielte Blick auf Erikas jüdische Mutter Katia, ihre Groß- und Urgroßmutter eine besondere Rolle.

Umrahmt wurde die Veranstaltung durch das Musiker-Trio aus der jüdischen Gemeinde Igor Galperin (Klarinette), Michael Sladkine (Violine) und Tatiana Zagalskaia-Bron (Klavier). Gespielt wurden Stücke von Ravel, Swiridow und Rachmaninow.

Die stellvertretende Vorsitzende der DIG in Schleswig-Holstein, Soja Kanuschin, sprach das Schlusswort und dankte allen Mitwirkenden.

Sie nahm dabei Bezug auf eine Gedenkfeier zum Vorabend des 9. November 1939, die am selben Tag in der Lübecker Synagoge stattgefunden hatte. Sie würdigte die Arbeit von Viola Roggenkamo mit deren Beitrag zu einem vollständigen Geschichtsbild der Historie der Familie Mann und der Lebensgeschichte von Erika Mann im Besonderen. Dabei schlug Soja Kanuschin den Bogen zum Begriff des Erinnerns, der in der jüdischen und christlichen Tradition als erinnernden Bewusstsein wichtiger Impuls für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft ist.

Den Abschluss bildete die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit der Hamburger Autorin in lockerer Runde bei Wein und Marzipan.

Anke Eymer

 


mehr aus den Arbeitsgemeinschaften

Archiv

Zum Seitenanfang

© Copyright 2003-2008 Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. * last update: 30.04.2008