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Arbeitsgemeinschaft Düsseldorf

"Man lebt erstaunlich friedlich nebeneinander"
Wladimir Struminski referierte über das Verhältnis der Religionen in Israel

In Kooperation mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hatte die DIG Düsseldorf am 26. Mai den Jerusalemer Journalisten und Autoren Wladimir Struminski zu Gast. „Das Verhältnis der Religionen in Israel zueinander“ war sein Thema. Dabei stellte er fest, dass sich das Zusammenleben der großen Religionen im Großen und Ganzen recht friedlich gestaltet, trotz religiöser Extremisten auf allen Seiten.

Struminski stellte das tägliche Miteinander der Menschen in Israel in den Vordergrund seiner Betrachtungen. Die Begegnungen der Führungspersönlichkeiten der vier großen Religionen im Land hielt er zwar für wichtig, doch prägend seien sie nach seiner Ansicht nicht und häufig nur für die Außenwelt gedacht. Da das Verhältnis der Menschen zueinander eher „untheologisch“ ist, gilt es, aus dem friedlichen Nebeneinader kein Gegeneinander werden zu lassen. Trotz Störungsmanöver religiöser Extremisten sei das Zusammenleben unter den politischen Umständen erstaunlich gut. Dass Juden und Moslems im Alltag miteinander auskommen, liegt laut Struminski daran, dass auf beiden Seiten das Bewusstsein stark ist, auf diesen Platz der Erde zu gehören. Man erkennt sich an und arrangiert sich. Struminski schilderte die Kreativität der einfachen Menschen, mit den unterschiedlichen religiösen Vorschriften umzugehen. Die stille, pragmatische Übereinkunft, dass Religion wichtig ist, befördert dies. Die Christen (auch die arabischen) sind nach seiner Einschätzung eine an den Rand „gedrückte“ Minderheit im Staate. Es gibt mit ihnen keine Probleme, allerdings sei das christliche Binnenverhältnis der unterschiedlichen Gruppierungen nicht spannungsfrei. Mit Respekt betrachtet die jüdische Mehrheit die Drusen. Daher gibt es auch ein weitgehend störungsfreies Verhältnis zu den Angehörigen dieser Religion. Die Drusen waren lange Zeit Verfolgungen durch das muslimische Umfeld ausgesetzt. Sie fühlen sich überwiegend als loyale israelische Bürger. „Insgesamt lebt man erstaunlich friedlich nebeneinander auf einem Pulverfass. Es gibt leider Kräfte, die das Fass zur Explosion bringen wollen“, schloss Struminski seine Ausführungen.

In der anschließenden Diskussion machte Wladimir Struminski auf die Frage nach einem Brückenschlag zwischen den religiösen Parallelgesellschaften deutlich, dass die unterschiedlichen Religionen sich theologisch nichts zu sagen haben. Versuche dies zu ändern, hält er eher für schädlich und erläutert weiter, dass sich der Staat die Förderung des religiösen Dialogs nicht zum Ziel gesetzt hat. Damit desillusionierte er sicher den einen oder anderen Zuhörer, der von einem Miteinander der Religionen in Israel träumte.

Gerd Spliedt


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