Arbeitsgemeinschaft Memmingen
„Abraham aber pflanzte einen Tamariskenbaum“
Eröffnung der Memminger Meile mit Bildern jüdischer Emigranten aus Schwaben
Die Eröffnung der „Memminger Meile 2008“ stand ganz im Zeichen deutsch-israelischer Freundschaft. Den Auftakt dieses alljährlich zehntägigen Kunstfestivals bildete in diesem Jahr die Vernissage mit der Malerin Marlis Glaser. Teil 2 ihres Projektes „Abraham aber pflanzte einen Tamariskenbaum“ besteht wie schon Teil 1 aus Bildern jüdischer Emigranten aus Schwaben. Die gezeichneten und gemalten Porträts werden ergänzt durch symbolträchtige Darstellungen. Vier Symbole werden dabei in einen persönlichen und in einen biblischen Kontext gestellt: GESICHT, BAUM, NAME und GEGENSTAND. Beide Bilderzyklen werden ergänzt durch Kataloge, in denen das Leben der betreffenden Männer, Frauen und Kinder ins Wort gebracht wird.
Zu den für den zweiten Teil der Ausstellung ausgewählten Emigranten zählen auch Elisheva Ramon und Channah Tishbi-Berman, beide Töchter des einst in Memmingen ansässigen Käsegroßhändlers und –exporteurs Wilhelm Rosenbaum. Mit den beiden heute in Israel lebenden über neunzigjährigen Schwestern führte die Künstlerin Marlis Glaser ausführliche Gespräche in Jerusalem beziehungsweise in Be`erol Yitzchak, bevor sie die Bilder schuf. Dadurch konnte die Malerin allen Bildern Aussagen, Zitate und Bibelstellen „einweben“, welche in einer besonderen Beziehung zur dargestellten Person oder zum Symbol des Baumes stehen. Die von der DIG Memmingen und dem Kulturamt der Stadt vorbereitete und durchgeführte Ausstellung ist dem Erinnern und der Hoffnung gewidmet.
In der sehr gut besuchten Festival-Eröffnung im Kreuzherrn-Saal stellte der Memminger DIG-Vorsitzende Rolf Kleidermann die Künstlerin vor, die in Bremen und Hamburg Kunst studierte und seit zehn Jahren in Attenweiler bei Biberach lebt. Die drei Hauptsponsoren von Ausstellung und Katalog bekamen nach Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger gleichfalls Gelegenheit, zu Kultur in Verbindung mit Völkerverständigung zu sprechen. Zur Ausstellungseröffnung spielten Chaim Kapuja (Gesang, Gitarre, Perkussion) und Sigune Lauffer (Cello und Perkussion). Das Projekt wurde gesponsert von der „Europäischen Vereinigung für Jüdische Kultur“.
Erika Gäble