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Arbeitsgemeinschaft Düsseldorf

Heine-Preis für Amos Oz -
Richard von Weizsäcker hielt Laudatio

Den mit 50.000 Euro dotierten Heine-Preis 2008 der Landeshautstadt Düsseldorf erhielt am 13. Dezember, Heines Geburtstag, der 69-jährige israelische Schriftsteller Amos Oz. Oberbürgermeister Dirk Elbers überreichte in der vollbesetzten Düsseldorfer Tonhalle die Urkunde. Die Jury hatte ihr Votum mit Amos Oz literarischer Kreativität, politischer Sensibilität und humanistischen Engagements begründet. Sie würdigte nicht nur sein literarisches Werk, sondern auch die mutige Klarheit und Entschlossenheit, mit der er zwischen Israelis und Palästinensern Brücken zu bauen versucht.

Preisträger Amos Oz (rechts) mit Oberbürgermeister Dirk Elbers

Preisträger Amos Oz (rechts) mit Oberbürgermeister Dirk Elbers nach Überreichung der Urkunde.

Bundespräsident a.D. Dr. Richard von Weizsäcker stellte in seiner Laudatio den politischen, friedensbewegten Schriftsteller in den Mittelpunkt, für den Neugier eine wertvolle Eigenschaft bedeute. Nur Fanatiker seien ohne Neugier. „Diese aber ist es, die uns hilft, den anderen zu verstehen. Soweit uns das gelingt, sind wir in der Lage, den Anderen wirklich als Unseresgleichen zu erkennen. Und eine solche Erkenntnis ist Grundlage für das, was wir brauchen: Annäherung an einen Frieden miteinander, nicht mehr, an eine möglichst faire Nachbarschaft, einen pragmatischen Frieden in einer unvollkommenen Welt.“

„Heine ist mein Held“, antwortete Amos Oz, und sprach der Jury und der Stadt seinen tiefempfundenen Dank für die Preisverleihung aus. Heine sei für ihn der erste Europäer, der erste Sozialist und wahrscheinlich der erste säkulare Jude. „Heine lehrte uns, dass Humor und Ironie die besten Mittel gegen Extremismus und Engstirnigkeit sind.“ Heine gehöre zu einer Zeit der Wunder in der jüdisch-europäischen Geschichte. Damals seien Europas Juden an die Universitäten und Akademien, in die Ateliers und Laboratorien geströmt und Teil des „Architekten-Teams“ der Moderne geworden. Europa sei einst das Gelobte Land für viele seiner Ahnen gewesen, bis es sich brutal gegen sie wandte. Und dennoch, so Oz: „Moderne Demokratie, Humanismus und Gerechtigkeit sind die Früchte des großen jüdisch-europäischen Milleniums. Es ist das gemeinsame Erbe von Heinrich Heine, von mir, von Ihnen allen hier in diesem Saal.“

Amos Oz beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt

Amos Oz beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt

Der jüdisch-arabische Konflikt könne paradoxerweise nur mit Hilfe verschiedener europäischer Werte gelöst werden wie Rationalität, Pragmatismus und Toleranz. Und: „Wir brauchen etwas von Heines Verachtung für engstirnigen Fanatismus.“ Denn der Konflikt werde von Fanatikern auf beiden Seiten am Leben gehalten. Oz: „Wenn es uns gelingt, die Fanatiker in Schach zu halten, finden wir uns selbst in der Lösung eines Streits um Grund und Boden wieder – nicht in einem Heiligen Krieg."

Die Jury attestierte: „Amos Oz vereint literarische Kreativität, politische Sensibilität und humanistisches Engagement in einer Weise, die an Heinrich Heine erinnert.“ Sie „würdigt nicht nur sein literarisches Werk, sondern auch die mutige Klarheit und Entschlossenheit, mit der er zwischen Israelis und Palästinensers Brücken zu bauen versucht.“

Text/Fotos: Landeshauptstadt Düsseldorf


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