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Arbeitsgemeinschaft Stuttgart/Mittlerer Neckar

Lesekreis der DIG Stuttgart & Mittlerer Neckar

Seit Anfang diesen Jahres treffen sich einmal im Monat 10 bis 15 an Israel und dem Judentum interessierte Lesebegeisterte aus Stuttgart und Umgebung. Im Lesekreis der DIG Stuttgart & Mittlerer Neckar lesen sie gemeinsam literarische Texte jüdischer Autoren in deutscher Übersetzung und tauschen sich darüber aus. Zunächst stehen dabei Autoren der mittleren und jüngeren Generation im Mittelpunkt. Sowohl Texte aus Israel wie aus der Diaspora werden zur Lektüre ausgewählt. Der Lesekreis bietet eine Möglichkeit, über literarische Texte Fragen des Judentums und des Lebens in Israel und im Exil kennenzulernen.

Zunächst stand das Buch von Lea Fleischmann „Rabbi Nachman und die Thora“ (Scherz Verlag, 2000) und die Beschäftigung mit dem Chassidismus im Mittelpunkt. Eine Teilnehmerin berichtete ergänzend von eigenen Erfahrungen mit der Kabbala. Einige machten bei einer Lesung persönlich Bekanntschaft mit Lea Fleischmann.

Einen weiteren Aspekt der vielseitigen israelischen und jüdischen modernen Literatur und einen Einblick in die Situation Israels gibt das Buch des jungen israelischen Autors Yiftach Ashkenazy: Mein erster Krieg (Sammlung Luchterhand, 2008). Das Gespräch über dieses Buch im Lesekreis ergänzen die Teilnehmenden durch Berichte über eigene Erfahrungen mit dem Leben und auf Reisen in Israel.

Neue jüdische Geschichten entdeckt der Lesekreis in dem Buch „Nur wenn ich lache“ (dtv, 2008), das von Olga Mannheimer und Ellen Presser herausgegeben wurde. Teilnehmende aus dem Lesekreis wählen Geschichten aus, die sie der Gruppe vorstellen. So lernen sie an einem Abend mit einer Geschichte von Henryk M. Broder „Die jiddische Mamme“ kennen. Neben den Geschichten von Binnie Kirshenbaum „Kaddisch“ und Roman Gren „Der Stift“ werden von einer gebürtigen Ungarin die Geschichte des ungarischen Autors Mihály Kornis „nihtfordemkind“ und einem Journalisten aus dem Lesekreis Rafael Seligmann „Die Talkshow“ vorgestellt, woran sich eine Diskussion über den Umgang mit dem Judentum in unseren Medien anschliesst. So erkennen die Teilnehmenden Bezüge aus der eigenen Erfahrungswelt. Auch so mancher Lesetipp wird ausgetauscht für die weitere Lektüre.

Für die nächste Zeit ist ein Lyrikabend mit moderner jüdischer und israelischer Literatur geplant, mit Gedichten u.a. von Else Lasker-Schüler, Hilde Domin und Paul Celan. Alle Teilnehmenden empfinden die Leseabende als Bereicherung und Möglichkeit, neben der Lektüre im gegenseitigen Austausch darüber neue Aspekte im Umgang mit moderner jüdischer und israelischer Literatur kennenzulernen. Der Lesekreis ist offen für alle Interessierten.

Kontakt zum Lesekreis: lesekreis.dig.stuttgart@gmx.net

Barbara Fritz


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