Arbeitsgemeinschaft Rhein-Neckar, Mannheim
Mannheim und Haifa schließen Städtepartnerschaftsvertrag
Nach Jahrzehnte langem Werben feiert die DIG AG, Rhein-Neckar, Mannheim die Unterzeichnung eines Städtepartnerschaftvertrags zwischen Mannheim und Haifa.
In einer feierlichen Stunde werteten der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und sein Haifaer Amtskollege Yona Yahav am 26. Mai 2009 in Haifa die seit 2005 bestehende Freundschaft zu einer echten Partnerschaft auf. Kurz wurde von einer Delegation begleitet, der unter anderm zwei DIG Vorstandsmitglieder sowie Schülern zweier Mannheimer Schulen angehörten.
In seiner Rede wies Kurz auf die Besonderheit dieser Städteverbindung vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und der Verfolgung der Juden hin: „Unsere Zusammenarbeit kann die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber zeigen, dass zwei Städte sie überwinden und Freundschaft schließen können.“ Yona Yahav sprach von einem sehr bewegenden Moment. Es sei eine der wenigen Städtepartnerschaften, die von unten gewachsen sei.
Die Keimzelle der Partnerschaft ist eine seit 25 Jahren bestehende Schulpartnerschaft: 1984 lernte die Lehrerin des Mannheimer Tulla-Gymnasiums, Margot Neuberg, den heutigen Direktor der Comprehensive High-School in Haifas Vorort Kiriyat Haim, Dudi Goshen, kennen und vereinbarte einen regelmäßigen Schüleraustausch. Zunächst wurde die Aktion von einem Freundesverein unterstützt, der 1993 in die heutige DIG, AG Rhein-Neckar, Mannheim umgewandelt wurde. Seit der Schließung des Tulla-Gymnasiums unterrichtet Margot Neuberg am Elisabeth-Gymnasium; von dort führt sie die Begegnungen zusammen mit Klaus Riebel bis heute fort.
Schon früh erkannte man auf beiden Seiten das Potential für eine mögliche Städtepartnerschaft. Haifa hat eine ähnliche Struktur wie Mannheim. Mit der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags 2005 war das Werben von einem ersten großen Erfolg gekrönt. Es entstanden neue Kontakte, weshalb der Oberbürgermeister von Haifa, Yona Yahav, Ende letzten Jahres vorschlug, die Freundschaft zu einer Partnerschaft aufzuwerten.
Der Partnerschaftsvertrag müsse nun mit Leben gefüllt werden, erklärten die beiden Stadtoberhäupter bei der Unterzeichnung. Die Aussichten dafür sind gut: Schon heue besteht eine zweite Schulpartnerschaft zwischen zwei Mannheimer Schulen und dem Leo-Baeck-Erziehungszentrum in Haifa. Auf wissenschaftlicher Ebene arbeiten das Universitätsklinikum Mannheim und Haifas Bnei Zion Medical Center zusammen sowie die Mannheimer Hochschule für Gestaltung mit dem Haifaer Titan-College. Auf kulturellem Gebiet gibt es Kontakte zwischen der Mannheimer Musikschule und dem Samuel-Rubin-Music-Conservatory. Geplant ist zudem eine Außenstelle der Mannheimer Popakademie in Haifa.
Nach der Zeremonie im Haifaer Rathaus hielt DIG-Vorstandsmitglied Margot Neuberg die Urkunde stolz in den Händen und sagte: „Davon haben wir lange geträumt.“ Die AG werde in den nächsten Jahren alles uns Mögliche tun, bestehende Kontakte zu bewahren und neue Partnerschaften aufzubauen. Insofern sei die Unterzeichnung eine wichtige Wegmarke, aber längst nicht Ziel unserer Arbeit.
Hannes Greiling