Arbeitsgemeinschaft Bodenseeregion
„Nirgendwo und überall zu Haus“
In einer Gemeinschaftsveranstaltung hatten die DIG Bodenseeregion, GCJZ Konstanz, vhs Konstanz-Singen, Jüdische Gemeinde Konstanz und Kulturbüro der Stadt Konstanz zur diesjährigen Gedenkveranstaltung 71 Jahre Reichspogromnacht am 9. November 2009 ins Kulturzentrum am Münster geladen.
So lange dies noch möglich ist, wollen wir den Zeitzeugen zuhören. Diesmal sollte es eine persönliche Begegnung mit der früheren Opernsängerin Eva Haas und weiteren 23 portraitierten Überlebenden des Holocaust in einer Fotoausstellung von Monika Zucht werden. Es kamen viele an diesem Abend.
Der Historiker Dr. Martin Doerry hat für sein Buch „Nirgendwo und überall zu Haus“ Interviews mit 24 Persönlichkeiten geführt, die den Holocaust überlebt haben. Eine davon ist Eva Haas. Einem aufmerksamen Publikum erzählte Eva Haas in einem sensibel von Dr. Martin Doerry, dem stellv. Chefredakteur des SPIEGEL, geführten Gespräch von ihrer behüteten Kindheit, was kurz darauf bedeutete, in jenen Zeiten jüdisch zu sein, wie ihre Eltern sie 1939 mit einem Kindertransport nach England schickten und so retten, von ihrem Emigrantenleben in England und Amerika, dem Schicksal ihrer Eltern und schließlich ihrer Rückkehr nach Deutschland. Am Ende des Gesprächs gab es stehend Applaus für eine bewundernswerte Persönlichkeit.
Die Interviewsammlung des Buches wird durch sechzig Porträtfotos der Fotografin Monika Zucht ergänzt. Daraus entstand eine sehr eindrucksvolle Foto-Ausstellung, die bereits in anderen Städten mit Erfolg gezeigt wurde. Im Anschluss an das Zeitzeugengespräch haben wir gemeinsam mit Eva Haas, Herrn Dr. Doerry, Monika Zucht und vielen Veranstaltungsteilnehmern die Ausstellung eröffnet. Sie wird hier noch bis zum 30. November 2009 zu sehen sein.
Hanna Bayreuther