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Arbeitsgemeinschaft Bodenseeregion

Viola Roggenkamp in Konstanz.

Sechs Jahre nach ihrer Lesung „Meine Mamme“, nach dem Bestseller-Erfolg „Familienleben“, war Viola Roggenkamp wieder einmal in Konstanz. In einer sehr gelungenen Kooperation mit dem Internationalen Bodensee-Club las Viola Roggenkamp im Rahmen der I.B.C. Kulturwoche im November zwischen Bildern einer Ausstellung vor mehr als 50 Zuhörern aus ihrem neuen Buch: „Die Frau im Turm“.

Die Lebensgeschichte, mit der sich Viola Roggenkamp hier auseinandersetzt, ist die der berühmten Gräfin Cosel, der Mätresse von August dem Starken und einer der mächtigsten Frauen der Barockzeit. 1716 wurde die Reichsgräfin 36-jährig vom sächsischen Kurfürsten verstoßen und in die Festung Stolpen verbannt. Dort lebte die Querulantin, von Soldaten bewacht, noch neunundvierzig Jahre, in denen sie sich zur Gelehrten wandelte und zum Entsetzen ihrer höfischen Zeitgenossen dem Judentum zuwandte. „Die Frau im Turm“, wie der Roman heißt, weil er mit der Schilderung der Gefangenschaft einsetzt, stellt die Autorin der 33-jährigen Hamburgerin Masia Bleiberg gegenüber, die sich mehr als zweihundert Jahre später, 1999, nach Dresden aufmacht, um ihren Vater zu suchen. Auch Masia ist eine Gefangene, allerdings lebt sie nicht hinter Mauern aus Stein; sie ist eingesperrt in einem Gefühl der Verlorenheit.

Viola Roggenkamp liest fesselnd; nach der Lesung freute sie sich – bei einem Glas Wein – auf einen angeregten Gedankenaustausch mit ihrem Publikum. Eine gelungene Veranstaltung!


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