Arbeitsgemeinschaft Halle
Immer wieder Israel
Die Arbeitsgemeinschaft Halle-Umland wird auch im Jahr 2010 (mindestens) eine Studien- und Begegnungsreise nach Israel unternehmen, ganz im Sinne des Gedankens der Verständigung und Solidarität mit den Menschen dort. Und das mit inzwischen 36 Teilnehmern! Bemerkenswert, zeigt doch eine solch hohe Beteiligung vor allem fundamentales Interesse an diesem Reiseziel. Zu danken ist das auch dem Engagement des Vorsitzenden, Dr. Haupt, seinem Werben hierfür mit vielfältigen Mitteln. Die Teilnahmewünsche übersteigen die genannte Zahl noch. Und das ist gut so! Ziel auch dieser Reise wird es sein, wie in der Vergangenheit, das Land kennen zu lernen, wirklich sozusagen überall zu sein, und überall Menschen zu treffen, auf ihre Probleme zu stoßen, an diesen Problemen Anteil zu nehmen. Seminare, Vorträge, Besichtigungen und Gedenkveranstaltungen werden im Mittelpunkt stehen. Um danach auch wieder hier in Deutschland Menschen dafür gewinnen zu können, derartige Reisen zu machen. Um gut und besser auf jenen ‚Aha-Effekt’ vorbereitet zu sein: „… Was, du fährst nach Israel …? In solch eine Region…?“ Es schafft Genugtuung, dann reagieren zu können: „Ja, dieses Land ist schön und unbedingt sehens- und erlebenswert!“
Während der Studienreise vom 22. April bis zum 2. Mai werden wir, ganz in der Nähe des Sees Genezareth, wieder Bäume pflanzen, in diesem Jahr 62 Bäume für Israel zum Jahrestag seiner Gründung. Auch das hat bei unseren Reisen Tradition. Wir werden viele alte Freunde treffen, neue kennen lernen. Alte Freunde im besten Sinne des Wortes sind da zum Beispiel die wenigen Überlebenden oder Entkommenen der nationalsozialistischen Verfolgung im Kibbuz Naot Mordechai. Dort durften wir bis zum Jahre 2006 auch den Sohn des letzten Rabbiners in Halle (Saale) treffen, Josef Kahlberg. Er hat einiges zur Versöhnung von Deutschen und Juden beigetragen, er hat sich, vor allem seit dem Fall des „Eisernen Vorhanges“, unermüdlich für Verständigung, für Versöhnung eingesetzt, nicht zuletzt in Vorträgen vor Jugendlichen. Seit 1989 kam Kahlberg regelmäßig nach Halle. Sein Anliegen war es, Menschlichkeit und gegenseitiges Verständnis mit der Überzeugungskraft seiner Lebenserfahrung zu vermitteln. Wir werden während unseres Aufenthaltes im Kibbuz an seinem Grab innehalten und seiner gedenken.
Und aktuell, ganz aktuell gab es in Vorbereitung auf die Reise eine Veranstaltung der AG Halle-Umland vom 04.02.2010, ein Abend mit Igal Avidan zum Thema „100 Jahre Tel Aviv – die erste hebräische Stadt“. Avidan hielt im bekannten halleschen Szenetheater „Zazie“ einen Bildvortrag mit anschließender Gesprächsrunde.
Die Stadt Tel-Aviv gilt als das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des modernen Israel. „Jerusalem betet und Tel Aviv feiert“, besagt ein israelisches Sprichwort. Als Gründungstag gilt der 11. April 1909. Mit dem Auszug aus der überfüllten arabischen Küstenstadt Jaffa sollte die Basis eines zionistischen Zentrums in Palästina entstehen – in guter Nachbarschaft mit den einheimischen Arabern. Avidan zeigte historische Fotos von Tel Aviv, die Rudi Weissenstein über 50 Jahre lang machte, u.a. den Rothschild Boulevard, und beantwortete in seinem Vortrag eine Reihe von interessanten Fragen:
Inwieweit stellte Tel Aviv die Grundlage für den Staat Israel dar? Wie hat sich die Nachbarschaft zwischen Tel Aviv und Jaffa gewandelt? Wie wurde Tel Aviv als die „weiße Bauhausstadt“ wiedergeboren? Und was ist der heiligste Ort in dieser profanen Stadt?
Eine gelungene Vorbereitung mit der stolzen Zahl von 70 Besuchern.
D. Scherer