Bericht für das DIG-Magazin
Frank Schablewski liest aus "Mauersegler" - Ein Lyriker (v)erdichtet seinen Israel-
Aufenthalt
Zu Gast bei der DIG Düsseldorf war am 20. November der 38-jährige Frank
Schablewski, Förderpreisträger für Literatur der Landeshauptstadt Düsseldorf 2003.
In einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus war
Schablewski eingeladen, aus seinem Gedichtband "Mauersegler" (erschienen im
Rimbaud-Verlag Aachen, 2002) zu lesen.
Frank Schablewski spielt mit Sprache und trifft präzise den Kern. Das hat er schon in
seinen bisherigen Veröffentlichungen gezeigt und es ist sicher auch der Grund
warum das Wochenblatt "Die Zeit" einige seiner Gedichte publizierte. Der
Gedichtband "Mauersegler" vereinigt nun die Summe seiner Erfahrungen, Erlebnisse
und Eindrücke eines mehrmonatigen Aufenthaltes im Rahmen des
Künstleraustausches mit Israel im Jahre 2001. Den Nahen Osten mit den Sinnen
eines Mitteleuropäers, ja sicher auch besonders mit denen eines Deutschen, lyrisch
er- und verarbeiten, war das Ziel Schablewskis. 27 Gedichte waren das Ergebnis
seiner Zeit in Israel. Ohne Punkt und Komma, kein Respekt vor Satzbau und
Grammatik, so definiert Schablewski Wort mit Wort neu, schafft bisher nicht
vernommene und gekannte Deutungen. Vielleicht gelingt es ihm gerade deshalb, die
Stimmungen und den Zustand Israels einzufangen, wenn es denn überhaupt möglich
ist. Diese Mischung aus Orient und Okzident, Moderne und Historie, Krieg und den
bisher unerfüllten Wünschen nach Frieden, ist in seiner Lyrik eindrucksvoll zu spüren.
Durch die eindrucksvolle Rezitation Schablewskis kam das Publikum seinen
Gedichte näher und viele Zuhörer verspürten schließlich Lust sich seinen
Metamorphosen lesend hinzugeben, dies zeigte das rege Interesse am Büchertisch.
Neben der Rezitation seiner Lyrik verstand es Schablewski wunderbar, das Land zu
beschreiben in dem sein Gedichtband entstanden ist. Es war übrigens sein erster,
nach seinen Worten sicher aber nicht sein letzter Besuch Israels.
Nach der Lesung nahm das Publikum die Möglichkeit rege wahr, mit Frank
Schablewski über seine Erlebnisse in Israel und über seine Kunst zu diskutieren.
Gerd Spliedt
Mehr aus den Arbeitsgruppen
Zum Seitenanfang
|