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AUS DEN ARBEITSGRUPPEN: Rhein-Neckar

THEMA: Ein Konzert zum Auftakt des Jubiläums

Sie spielten mit Herz, kultivierten mit Bedacht ihre Spontaneität, entführten an die 500 Zuhörer in eine fremde Kultur und nahmen ihr im selben Atemzug die Fremdheit: Helmut Eisels "Clarinet Gang - The German Israeli Klezmer & Classic All Stars". Es war ein mit viel Applaus bedachtes fröhliches und friedliches Konzert, das die DIG-AG Rhein-Neckar in der Alten Feuerwache in Mannheim als Auftakt anlässlich der 40 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland organisiert hatte.
Die "Clarinet Gang" hatte nicht nur Klezmer, sondern ganz selbstverständlich auch Klassik und Jazz im Repertoire, ihr Konzert machte hör- und spürbar wie Musik über Grenzen und Kulturen hinweg Menschen verbindet. Helmut Eisel, ein Meisterschüler Giora Feidmans, hatte bei einem Workshop im israelischen Safed die jungen Musiker David Orlowski (Klezmerklarinette) aus Deutschland, Moran Katz (klassische Klarinette) aus den USA und die beiden Israeli Michal Beit-Halachmi (klassische Bassklarinette) sowie Avi Avital (Mandoline) getroffen. Man musizierte miteinander, gab Konzerte und Eisel war plötzlich klar, das muss fortgesetzt werden. Dazu kam Stefan Engelmann (Kontrabass).
Die Musiker bewegten sich sehr souverän in den verschiedenen Musikstilen. Da waren Bela Bartoks "Sechs Rumänische Tänze" oder eine Komposition von Ernst Bloch, bei der Avital offenbarte, was man aus einer kleinen Mandoline zaubern kann. Sie spielten mit großer Überzeugung die "Fuga in Mysterio" von Astur Piazolla, ein anspruchvolles polyphones Stück mit reizvollen Stimmen, die sich in gewagten Harmonien reiben. Auch die zartesten Töne klangen sicher. Eisel, ein Könner des Improvisierens, ließ die Jazzeinflüsse stärker hören, wenn er seine Klarinette auch mal "knurren" oder "lachen" ließ und die Töne "zog". Die begeisterten Zuhörer bedachten die Musiker immer wieder mit tosendem Applaus.
Zu Beginn des Konzerts hatte der Vorsitzende der DIG-AG Rhein-Neckar, Johannes Barth, unter Beifall des Publikums zur Solidarität mit Israel aufgerufen. Er wies unter anderem auf die positive Entwicklung hin, die in den vergangenen 40 Jahren zwischen Deutschland und Israel stattgefunden habe. Deutschland sei heute nach den USA wichtigster Partner Israels im Handel, in Wirtschaft und Wissenschaft sowie im kulturellen Austausch. Ein enges Netzwerk von deutsch-israelischen Freundschaften sei entstanden, das längst manchen politischen Störungen standhalte.
Und dennoch könnten die deutsch-israelischen Beziehungen wegen der Shoah während der Nazi-Diktatur keine "normalen" sein. Barth forderte zur gemeinsamen Verantwortung auf, damit sich so etwas nie mehr wiederholen könne. Er warnte in diesem Zusammenhang vor Antisemitismus und Antizionismus, in welcher Form diese auch immer auftreten. Dem Antisemitismus gelte es stets ganz entschieden entgegenzutreten. Zu verteidigen gelte es das Recht des jüdischen Staates in anerkannten und sicheren Grenzen leben zu können. Darum gehe es heute noch wie vor vierzig Jahren. Man könne nur hoffen, dass die neue palästinensische Führung wirklich zu einem dauerhaften Frieden an der Seite Israels bereit sei.

Johannes Barth


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