| AUS
DEN ARBEITSGRUPPEN: Berlin
THEMA: Erlös des Rabin-Gedenkkonzerts mit Chava Alberstein in Höhe von 5000 € geht an das deutsch-israelische Sommerlager 2006 von ASF und DIG-Jugendforum
Anlässlich des 10. Todestages von Yitzhak Rabin im Jubiläumsjahr der deutsch-israelischen Beziehungen präsentierte
die DIG Berlin bei ihrem Rabin-Gedenkkonzert am 14. November 2005 eine besondere Interpretin aus Israel: den Weltstar
Chava Alberstein. Mehr als 1000 Konzertgäste fanden den Weg ins "Haus der Kulturen der Welt"(HKW), bekannt als Ort
der Begegnung unterschiedlichster Kulturen.
Auch diesmal konnte der Vorsitzende der AG Berlin, Jochen Feilcke, mit I.E. Vesna Cvjetkovic Kurelec, Botschafterin
Kroatiens, dem britischen Botschafter, S.E. Sir Peter Torry, und seiner Gattin, Lady Angela, oder Prinz Wilhelm mit
Prinzessin Sibylle von Preußen u.a. zahlreiche prominente Gäste begrüßen. Der Botschafter des Staates Israel, S.E.
Shimon Stein, war auch 2005 Schirmherr des Konzerts. Besonders erfreut zeigte sich Feilcke über die Präsenz unseres
Ehrenvorsitzenden Heinz Striek, ehemaliger Vizepräsident, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der
DIG Berlin, und seiner "lieben Frau", die beide kurz zuvor ihren 67. Hochzeitstag (!) gefeiert hatten.
Ausdrücklich willkommen hieß Feilcke auch eine Schulklasse der Wilma-Rudolph-Oberschule in Berlin-Zehlendorf
mit ihrer Lehrerin Ramona Scharff, die an ihrer Schule ein Theaterstück über die Schicksale von KZ-Überlebenden
aufgeführt hatten - eine von ihnen, Thessi Aschmeier, war dabei. Den Sponsoren des Konzerts - darunter HKW und
Maritim-Hotel, Deutsche Lufthansa AG, Siemens, Dussmann, Daimler-Benz, EnBW und IBB - sprach Feilcke seine
Verbundenheit für ihre großzügigen Spenden aus. Auch sie hätten "diesen wunderbaren Abend mit ermöglicht".
Shimon Stein bedankte sich in seinem Grußwort bei der DIG Berlin für ihre alljährlichen Aktivitäten zum Gedenken
an Yitzhak Rabin und erinnerte daran, welch tiefe Erschütterung die Ermordung des Friedensnobelpreisträgers
für den Staat Israel, aber auch für den Friedensprozess in Nahost bedeutet hatte. Pfarrerin Ruth Misselwitz,
Vorsitzende von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), dankte der DIG Berlin für ihre Zusage, den
Konzerterlös dem deutsch-israelischen Sommerlager von ASF und DIG-Jugendforum 2006 zugute kommen zu lassen.
Chava Alberstein sang und spielte mit ihrer Band vor allem Lieder aus ihren letzten beiden Alben "Foreign
Letters" und "End of the Holiday" (Motzai Khag). Bereits im September 2003 war eine Song-Collection mit über
200 Aufnahmen von Chava Alberstein erschienen, aus der sie ebenfalls einige Stücke präsentierte. Die meisten
Songs waren in hebräischer Sprache, zwei Lieder in Jiddisch, der Sprache ihrer Kindheit. Sie kreisten um die
Themen Liebe, Freundschaft, Sehnsucht nach vergangener Zeit und natürlich - dem Abend angemessen - um das Thema
Frieden. Höhepunkt war sicher ihr Stück "Mi ha ish?", das sie dem Mann widmete, der an diesem Abend im Mittelpunkt
stand: Yitzhak Rabin. Der Text basiert auf dem Psalm 34, 13-15, die Musik stammt von B. Hayat, das Arrangement
von Chava Alberstein. "What man is he that desireth life, and loveth many days, that he may see good?
Keep thy tongue from evil, and thy lips from speaking guile. Depart from evil, and do good. Seek peace and
pursue it." Das Lied ist auch außerhalb Israels bekannt und beliebt, an diesem Abend erreichte es erneut
die Herzen des Publikums: es stimmte in die Melodie mit ein. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das
Lied "Elieser Ben Yehuda", das dem Neubegründer der hebräischen Sprache gewidmet ist - inzwischen auch
Namensgeber für die internationale Jugendbegegnungsstätte von ASF in Jerusalem. Das "Beit Ben Yehuda"
gehörte in der Vergangenheit bereits mehrfach zu den Begünstigten unserer Konzerte.
Inzwischen können wir mit Freude vermelden, dass dem deutsch-israelischen Sommerlager von ASF und DIG-
Jugendforum durch den Konzerterlös ein Betrag von 5000,- € zur Verfügung gestellt werden kann. Dieses
wird vom 20. bis 30. Juli 2006 in Jerusalem und vom 30. Juli bis 09. August 2006 in Berlin stattfinden und sich dem
Thema widmen "Ein Hörfunkbeitrag entsteht: Minderheiten in Israel und Deutschland". Jugendliche zwischen
16 und 22 Jahren können sich über die Seite http://www.asf-ev.de beim Israel-Referat von ASF um die
Teilnahme bewerben. Die Kosten für das Sommerlager betragen 499,- €, Anmeldeschluss ist der 15. Mai 2006.
Ein weiteres Highlight der DIG Berlin im Jubiläumsjahr der diplomatischen Beziehungen zwischen
Deutschland und Israel war der Israel-Aktionstag mit den "Söhnen Mannheims" und der israelischen
Band Mosh Ben Ari, bei dem rund 6000 Jugendliche in die Max-Schmeling-Halle gefunden hatten.
Den Auftakt zu unserem Jahresprogramm 2006 bildete eine Diskussionsveranstaltung mit Esther
Schapira zu ihrem Film "Der Tag, an dem ich ins Paradies wollte - Der Weg einer lebenden Bombe",
den wir - gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit - als sehenswerte
Alternative zu "Paradise Now" empfehlen wollen. Im Gegensatz zu letzterem ist dieser tatsächlich
authentisch, zeigt Interviews mit einem verhinderten 16-jährigen Selbstmordattentäter und dessen
Eltern, mit den potentiellen israelischen Opfern und deren Angehörigen. Der Film widerlegt die Mär
von verzweifelten Lebensumständen der Selbstmordattentäter und offenbart die Macht der Propaganda.
Nicht "Paradise Now", sondern der Film von Schapira sollte an Schulen gezeigt und diskutiert werden,
denn er spricht sich eindeutig gegen Terror und Gewalt als Lösung aus.
Mehr zu unseren Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website www.digberlin.de.
Meggie Jahn
Mehr aus den Arbeitsgemeinschaften
|