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DEN ARBEITSGRUPPEN: AG Rhein-Neckar
THEMA: Europas Politik im israelisch-palästinensischen Konflikt
Nach den blutigen Terroranschlägen in Madrid habe ein israelischer Freund, der in Spanien lebt, erklärt: "Du wirst sehen,
früher oder später werden wir, die Israelis, für diese Aktionen verantwortlich gemacht". Kurz danach habe es in einem Kommentar
der "Financial Times Deutschland" geheißen: "Der Holocaust, der die Existenz des jüdischen Staates für alle Zeiten legitimiert hat,
war ein deutsches und europäisches Verbrechen, und die Palästinenser, die heute unter seinen Folgen leiden, sind daran
unschuldig. Wir haben die Siedlungs- und Besatzungspolitik der israelischen Regierungen toleriert und die Palästinenser
den Preis dafür zahlen lassen."
Eldad Beck, Deutschland-Korrespondent der größten israelischen Tageszeitung "Yedioth Ahronot" leitete mit dieser Aussage
den gut besuchten Vortragsabend am 6. April ein, den die AG Rhein-Neckar und die Jüdische Gemeinde Mannheim anlässlich der
40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel im Gemeindezentrum veranstalteten.
Vor solchem Hintergrund habe der PLO-Vertreter in London, Afif Safieh, in einer von der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin
organisierten Konferenz erklären können, dass er als "indirektes Opfer Hitlers die Deutschen von jedem Schuldgefühl
gegenüber der Vergangenheit befreit" - ohne dass irgendjemand darauf reagiert habe. "Werden wir bald auch hören, dass
die Vergangenheit nicht so schlimm war und vielleicht auch im Licht der "Politik der israelischen Regierungen"
verständlich ist?", fragte Beck.
Es sei eine Lüge, wenn die Palästinenser heute behaupten, dass sie die "Opfer" Nazi-Deutschlands seien, weil sie den
Preis für die Vertreibung und Verfolgung der Juden aus und in Europa bezahlten, sagte Beck. Viele "Palästinenser" und
Araber hätten an der Seite Nazi-Deutschlands gestanden. Bis heute würden die Nazis wegen "ihres Kampfes gegen die Juden"
von vielen Arabern und Palästinensern bewundert.
Sobald Israel seine eigenen Interessen wahrzunehmen und zu verteidigen begann - ohne Rücksicht auf was, die Europäer
dazu zu sagen hatten - seien die Beziehungen der Europäer zu Israel problematisch geworden. Niemand in Europa frage
sich, wo liegt das Existenzrecht Saudi-Arabiens, Libanons, Kuweits, Jordaniens oder Palästinas. Man debattiere aber
ganz offen über die Frage, ob Israel - als "künstlicher" Staat in dieser Region - das Recht zu existieren habe oder
nicht. Man beschuldige Israel, dass es den "Respekt vor dem Holocaust" für politische Zwecke missbrauche. So werde das
Opfer zum Täter. Nur das könne erklären, warum viele Europäer bei palästinensischen Verbrechen wegschauen und ihre Augen
nur auf Israel richten. Die Deutschen und Europäer glaubten besser zu wissen, was den Israelis gut oder schlecht tue.
Sie sollten besser zuhören, was die Israelis zu sagen haben, und das als legitim akzeptieren.
Die anschließende teilweise kontroverse Diskussion machte deutlich, wie sehr sich das von vielen Medien transportierte
Negativ-Image Israels bei manchen festgesetzt hat. Einige Fragesteller wollten sich auch durch Tatsachen nicht überzeugen lassen.
Johannes Barth
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