| AUS
DEN ARBEITSGRUPPEN: Freiburg
THEMA: Exkursionen, Jubiläum der diplomatischen Beziehungen....
Exkursionen
Im Frühjahr unternahm unsere AG eine Exkursion nach Speyer zur Ausstellung "Europas Juden im Mittelalter". Anlass der Ausstellung
war die Weihe der mittelalterlichen Synagoge zu Speyer vor 900 Jahren. Die Schau widmet sich als weltweit erste Ausstellung dem
mittelalterlichen Judentum in seiner europäischen Dimension. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die jüdischen
Traditionskreise der Sepharden und Aschkenasen und deren Auswirkung auf die geistige, religiöse und wirtschaftliche
Entwicklung in einer Epoche, die als Blütezeit jüdischer Kultur in Europa gilt.
Eine weitere Tagesreise zu jüdischen Stätten und Stationen in der Ortenau fand sehr großen Zuspruch. Die Fahrt führte
zu den anschaulichsten Stätten ehemaligen jüdischen Lebens nördlich von Freiburg. Der im 17. Jahrhundert angelegte
israelitische Verbandsfriedhof von Schmieheim diente den jüdischen Landgemeinden der Region zwischen Lahr und Ettenheim
jahrhundertelang als Begräbnisplatz. Auf dem Programm stand auch der Besuch der restaurierten Synagoge von Kippenheim
sowie der wieder entdeckten Mikwe. Beide Einrichtungen sind ein weiteres Beispiel südbadischen Landjudentums, das durch
die Nazis zerstört wurde, jedoch durch große Mühe der Nachwelt zur Mahnung wieder gezeigt werden kann.
Jubiläum der diplomatischen Beziehungen
Ermutigt durch den Erfolg im letzten Jahr hat die AG Freiburg zur besten Geschäftszeit in der Fußgängerzone einen
Informationsstand zum Thema "40 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland - Israel" aufgebaut. Die angebotenen
Informationen wurden größtenteils sehr aufgeschlossen aufgenommen, abfällige Bemerkungen nicht selten durch andere
Besucher sofort korrigiert. Auffallend war das große Interesse junger Bürger, vieler Lehrkräfte und Personen, die in
der Erwachsenenbildung tätig sind.
Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass das Interesse an Israel langsam wieder wächst, die Maßnahmen zur Sicherheit
nicht mehr polemisch, sondern eher sachlich hinterfragt und verstanden werden. Vielleicht versteckt sich hinter diesem
Verhalten die Erkenntnis, dass Verständnis für die Probleme der arabischen Bevölkerung niemals mit der stillen Billigung
von Terror gegenüber Unschuldigen einher gehen kann.
Einer der Schwerpunkte des ersten halben Jahres war die würdevolle Gestaltung des 40. Jahrestages der Aufnahme
diplomatischer Beziehungen. Der AG Freiburg war es gelungen, Herrn Dr. Hansen, Botschafter der Bundesrepublik
Deutschland in Israel von 1981-1985, für zwei Veranstaltungen zu gewinnen. Herr Hansen hielt vor über 120 Schülern
des Berthold - Gymnasiums einen Vortrag zu diesem Thema, dem sich eine rege Diskussion anschloss. Die Stadt Freiburg
gab aus gleichem Anlass einen Empfang mit Eintrag in das Goldene Buch der Stadt und am Abend fand die eigentliche
Festveranstaltung im Gertrud-Luckner-Saal der jüdischen Gemeinde statt. Herrn Dr. Hansen gelang es in allen Veranstaltungen,
die sehr wechselvolle Geschichte der Aufnahme diplomatischer Beziehungen, nur 20 Jahre nach Kriegsende, sehr einfühlsam,
bewegend und brillant formuliert vorzutragen
Städtepartnerschaft gewünscht
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit lag in dem Bemühen, einen Anfang für eine mögliche Städtepartnerschaft zwischen
Freiburg/Breisgau und Tel Aviv zu machen.
Seit insgesamt 1 ½ Jahren versucht die AG Freiburg unter Berücksichtigung der Tradition von Städtepartnerschaften eine
erste Brücke zwischen den beiden Städten zu schaffen. Die Stadt Freiburg hat zunächst zu Städten der ehemaligen
Kriegsgegner Partnerschaften gebildet, danach zu Städten im Spannungsfeld des Kalten Krieges und zuletzt die erste
Patenschaft zu einer islamischen Stadt geschlossen - Isfahan. Es liegt demzufolge in der Logik dieser Tradition,
die Tür auch zur jüdischen Welt zu öffnen, der Vergangenheit wegen, aber vor allem um der Zukunft willen.
Die gegenwärtigen Spannungen um das iranische Atomprogramm, die sich in der öffentlichen Meinung auch innerhalb der
Stadt widerspiegeln, unterstreichen unser Bemühen, auf kleinem Wege etwas zum Dialog beizutragen.
Der AG Freiburg ist es gelungen, innerhalb kürzester Zeit einen sehr regen Freundeskreis aufzubauen und den Besuch
der ersten Delegation aus Tel Aviv zu organisieren. Der viel versprechende Anfang und der Erfolg des Delegationsbesuches
machen Mut, an dem politisch wie gesellschaftlich bedeutenden Ziel einer Städtepartnerschaft mit aller Energie weiter zu arbeiten.
Vorstandswahlen und Kooperation
Ende Juli fanden in der AG Freiburg die Wahlen zum Vorstand statt.
Johannes Reiner wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt, Stellvertreter wurde Frau Ursula Fiedler, Schriftführerin Andrea Lauser,
Kassenwart Wolfgang Kraatz, Vertreter Jugendforum Tobias Klupsch und Beisitzer Anat Bostedt und Gertraut Geckeis.
Es ist mittlerweile gute Tradition geworden, dass sich die Vorstände der Gesellschaft Schweiz Israel, Sektion Basel und die
AG Freiburg zu Arbeitsbesprechungen treffen. In Freiburg wurden gemeinsame Vorhaben für das Winterhalbjahr besprochen sowie
ein reger Erfahrungsaustausch zur jeweiligen, nationalen Einschätzung der Lage im Nahen Osten gepflegt.
Das sehr gute Verhältnis zur jüdischen Gemeinde wurde durch die Einladung des Vorstandes dokumentiert, die Festansprache
zu Jom Ha'atzmaut durch den Vorsitzenden der AG Freiburg halten zu lassen. Eine Geste, die von Vertrauen und Dialog geprägt ist.
Johannes Reiner
Mehr aus den Arbeitsgemeinschaften
|