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AUS DEN ARBEITSGRUPPEN: Magdeburg

THEMA: FRAUEN IN DER ISRAELISCHEN ARMEE
mit Dr. Yehutit Koznitsky aus Israel

Ein sachkundig aufmerksames, etwa zur Hälfte uniformiertes Publikum hörte dem klugen, durch Schautexte anschaulichen und gründlichen Vortrag der Erziehungswissenschaftlerin Yehudit Koznitsky gespannt zu - unterbrochen nur von gelegentlichen Gemütsäußerungen, etwa wenn sie den erfolgreichen Einsatz von Frauen als Instrukteurinnen erläuterte und Leistungsvergleiche mit männlichen Kameraden beschrieb.
Die Kompetenz der Referentin ergibt sich aus kontinuierlichen Gesprächskontakten zu israelischen Soldatinnen wie ihrer Vertrautheit mit militärischen Erfordernissen und Indikationen. Zur Qualität der Veranstaltung trug aber ebenso die nachgewiesene Kompetenz der Zuhörer bei.
Anfangs widmete sich Dr. Koznitsky den Motiven israelischer Frauen beim Militär und erläuterte die Unterschiede zu den Beweggründen etwa deutscher Soldatinnen: Israelische Frauen hielten sich keineswegs für zum Militärdienst gezwungen, auch wenn der Dienst für sie gesetzliche Pflicht und im kollektiven Bewusstsein Israels ein "Muss" ist. Israel habe aus den schlimmen Erfahrungen des Yom-Kippur-Krieges gelernt. Die Mängel in den rückwärtigen Diensten konnten durch Ausweitung der weiblichen militärischen Kompetenz abgestellt werden. So wüssten im Wesentlichen alle israelischen Frauen, wie sehr sie tatsächlich im Militär gebraucht würden. Das wird auch durch Zahlen belegt: 31% aller Rekruten sind weiblich. Und gleichzeitig sind 26 % aller Offizierstellen mit Frauen besetzt.
Auf den Ben-Gurion-Satz von 1948 "wir werden diesen Krieg nicht nur mit militärischen Mitteln gewinnen ... Das Wichtigste sind Moral und intellektuelle Stärke" wurde Dr. Koznitsky später mit der Frage angesprochen: "Kam der Brief der Piloten plötzlich oder steht dahinter eine längere Entwicklung und wie ist der augenblickliche Stand?"
Ihre Antworten befassten sich rational und mit der Logik von Politik und Prävention einer demokratischen Bürgerarmee mit den vielerlei Meldungen und bewirkte eine gewisse Entzauberung der Medienpräsenz der Pilotenoffiziere. Zum Einstieg in die Aussprache verglich Oberst Kleyser Zahal und Bundeswehr und meinte, beim Thema Soldatinnen gäbe es zwischen beiden Übereinstimmung in wachsendem Respekt und Gleichberechtigung.
In den anderen von der Referentin vorgestellten Grundbedingungen für Israels Soldaten bestünden tiefgreifende Unterschiede:
* Ständige und akute Bedrohung,
* Notwendigkeit wirklicher Verteidigung,
* Einsatz von Frauen in Kampfeinheiten,
* und Integrationsfunktion für Zuwanderer habe für die IDF eine nicht vergleichbare
Bedeutung.
"Während die IDF eine wirkliche Verteidigungsarmee darstellt, ist die Bundeswehr eine Armee, die sich selbst zivilisiert." Der aufmerksame Teilnehmer glaubte von Dr. Koznitsky ein leises "Würden wir auch gerne" zu vernehmen.

Joachim Krüger


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