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AUS DEN ARBEITSGRUPPEN: Augsburg_Schwaben

THEMA:Jugend heute und der „Hitlerjunge Quex“

Ausgebucht waren die Vorführungen des „Hitlerjungen Quex“ für die beruflichen Schulen Augsburgs am 26. und 27. Januar. Das Angebot der DIG Augsburg-Schwaben, diesen ersten NS-Propaganda-Film, der speziell für die Jugend 1933 gedacht war, in einer geschlossenen Veranstaltung der Jugend heute zu zeigen, wurde dankbar angenommen, besonders von der Städt. Berufsschule VI. Sie umfasst inzwischen mehr Klassen mit arbeitslosen Jugendlichen als Klassen mit Schülern im Lehrverhältnis, dazu eine Berufsoberschule. Mehr als 350 meist männliche Jugendliche, viele mit Migrationshintergrund (41 Muttersprachen!), waren ideale Tester für den Ansatz, mit visuellen Medien Sensibilität zu wecken für Themen der NS-Zeit, ethische Werte und Ziele und speziell die Problematik der Propaganda. Während die Schüler der Berufsoberschule (sie führt nach abgeschlossener Lehre zum Abitur) in einer durchaus eifrigen Diskussion ihr Erleben reflektierten und zur Geschichte in Bezug setzen konnten, war bei den Berufsschülern nach halbstündiger Einführung und 1 ½ Stunden Film „ der Dampf raus“. Wenn sie überhaupt in das Thema und den Film hineinfanden. Für junge Russlanddeutsche, Türken oder Albaner gibt es nicht nur Dialekthemmnisse. Mit deutscher Geschichte (die für sie auch nicht Schulfach ist) können sie sich nicht identifizieren. Der Russlanddeutsche meint bestenfalls: „Damals kam Opa nach Sibirien - wegen euch.“ Und die Gleichschritt-Disziplin von damals langweilt sie einfach. So war der Film für ihre Lehrer wohl interessanter. Die Zimmerer allerdings betonten, „freiwillig“ mitgegangen zu sein. Markus empfand „das“ Lied („unsre Fahne flattert uns voran“) als unverschämten Ohrwurm, der ihm nicht aus dem Kopf gegangen sei. Auf die Aufforderung: „Dann sing doch mal!“ kam jedoch ein kräftiges „Nö!“. Andere wurden indes im Internet fündig und luden sich das Lied herunter. Vielleicht war es doch ein Omen, dass das Kino ausgerechnet „Mephisto“ hieß. Bleibt als Fazit, dass gerade die Problem-Jugendlichen nicht mehr erreicht werden. Für ihre Sensibilisierung wird man neue Wege suchen müssen.

Andreas Link


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