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DEN ARBEITSGRUPPEN: Stuttgart/Mittlerer Neckar
THEMA: Neuer Vorstand gewählt, Zeichen der Solidarität mit Israel gesetzt, Veranstaltungsreihe zum Nahostkonflikt gestartet
Der Zeitpunkt hätte aktueller nicht sein können. Am 23. Juli, mitten im Krieg Israels gegen die Hizbollah, traf sich die
Arbeitsgemeinschaft Stuttgart/Mittlerer Neckar der DIG zu ihrer Mitgliederversammlung. Einstimmig verabschiedeten die
Mitglieder eine Erklärung "Terrororganisationen entwaffnen - Solidarität mit Israel", in der sie die Politik und die
Öffentlichkeit zur Solidarität mit dem jüdischen Staat aufriefen. "Israel verteidigt sich gegen aus dem Iran und Syrien
gesteuerte Terrororganisationen, die auf die Vernichtung des jüdischen Staates hinarbeiten… Die UNO-Resolution 1559
fordert die Entwaffnung der Hisbollah. Weder die libanesische Regierung noch die internationale Gemeinschaft haben sich
jemals um die Umsetzung dieses Beschlusses gekümmert. Auch Deutschland nicht.", stellten die Mitglieder fest. Mit Blick
auf einen möglichen Waffenstillstand forderten sie, dieser müsse "so abgesichert werden, dass die Hisbollah zuverlässig
daran gehindert ist, ihre terroristischen Angriffe gegen die Bevölkerung im Norden Israels wieder aufzunehmen."
Klar bekundeten die Mitglieder ihren Willen, gerade in einer für Israel besonders kritischen Situation, als DIG
öffentlich sichtbar und vernehmbar zu werden. Daraus resultierte das Vorhaben, in den Innenstädten unserer Region
unter dem Motto "Solidarität mit Israel" Informationsstände aufzustellen und mit den Passanten ins Gespräch zu kommen.
Nach über 10 Jahren engagierten Wirkens an der Spitze unserer Arbeitsgemeinschaft wollte Hiltrud Broockmann ihr Amt
in jüngere Hände legen. Im Namen aller anwesenden Mitglieder sprach Meinhard Tenné ihr und den anderen aus ihrem Amt
scheidenden Vorstandsmitgliedern den herzlichen Dank der Versammlung für die umfangreich geleistete Arbeit aus.
Zum neuen Vorsitzenden wurde Franz-Hellmut Schürholz, ehemaliger Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg,
gewählt. Neue Stellvertretende Vorsitzende wurden der Sindelfinger Landtagsabgeordnete und Sprecher der GCJZ Stephan
Braun und der Stuttgarter Kinderarzt Dr. Benjamin Gronwald. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Bärbel Illi, Sigrid
Warscher, Lothar Galow-Bergemann und Meinhard Tenné.
Im September hat der neue Vorstand mit einer Veranstaltungsreihe begonnen: Ausgehend vom jüngsten Waffengang soll der
Konflikt um Israel aus verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen werden. Israelis und Deutsche, Vertreter von
Politik und Zivilgesellschaft, Handelnde und Beobachter sollen ihre Sicht des Konflikts, seiner Ursachen und Hintergründe
darstellen, aber auch Perspektiven für Verständigung und dauerhaften Frieden aufzeigen.
Den Auftakt machte Prof. Gert Weisskirchen, langjähriges Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages,
am 20. September mit einem Vortrag zu den Hintergründen des jüngsten Krieges im Libanon. Er kam unmittelbar aus dem
Bundestag, in dem er sich für die Beteiligung der Bundesmarine an der Sicherung des Waffenstillstandes eingesetzt hatte.
In seinem Vortrag plädierte er für eine stärkere Rolle Europas im nahöstlichen Friedensprozess und deutete eine mögliche
Modellfunktion des KSZE-Prozesses auch für den Nahen Osten an. Am 18. Oktober lenkte Prof. Yair Auron (Open University Israel)
in seinem Vortrag zum Thema "Frieden ist mehr als Sicherheit - Die Bedeutung des Holocaust für Juden und Palästinenser"
unseren Blick auf die mentalen Voraussetzungen von Verständigung und Frieden, nämlich die Traumata des jeweils anderen am
Konflikt Beteiligten wahr- und ernst zu nehmen. Am 17. November sprach der langjährige Nahostkorrespondent zahlreicher
deutscher Medien, der in Israel lebende Journalist Ulrich Sahm über Perspektiven für Verständigung und dauerhaften
Frieden Israels mit seinen Nachbarn. Am 7.12. fand eine Gesprächsrunde mit vier Mitgliedern der Deutsch-Israelischen
Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages aus unserer Region zur deutschen und europäischen Politik in Bezug auf
Israel und den Nahen Osten statt. Am 18. Januar wird der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz Baden-Württemberg,
Johannes Schmalzl, am Beispiel der Hizbollah und anderer militanter islamistischer Bewegungen auf die Gefahr eingehen,
die diese nicht nur für den Nahen Osten darstellen.
Ausdruck der traditionell engen Verbundenheit unserer Arbeitsgemeinschaft mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft
Württembergs war, dass deren Geschäftsführer, Ari Lipinski, uns sowohl im Juli wie auch wieder im Oktober aktuell von
seinen beiden Reisen nach Israel und seinen Eindrücken von Krieg und Nachkrieg berichtet hat.
Zu den Vorhaben des neuen Vorstands gehört auch die Konstituierung eines deutsch-israelischen Jugendforums. Hierfür sind
Tipps und Ratschläge aus den bestehenden Jugendforen willkommen.
Franz-Hellmut Schürholz/Lothar Galow-Bergemann

Der neue Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Stuttgart/Mittlerer Neckar. (von rechts): Stephan Braun MdL, Franz-Hellmut
Schürholz, Bärbel Illi, Dr. Benjamin Gronwald, Lothar Galow-Bergemann; nicht im Bild: Sigrid Warscher und Meinhard Tenné.
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