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AUS DEN ARBEITSGRUPPEN: Oldenburg

THEMA: Resumée unserer Konzertreise nach Israel

Für jedes Ensemblemitglied kam die diesjährige Einladung, erneut auf dem Renaissance-Festival in Oldenburgs Partnerlandkreis Mateh-Asher zu spielen, sehr unerwartet. Trotz unserer großen Freude darüber erschwerten die in unseren Köpfen tief verankerten Kriegsbilder aus dem Norden Israels, die uns immer wieder in den letzten zwei Monaten erreichten, uns die Entscheidung zu fahren.
Wir sollten erneut, wie schon in dem Jahr zuvor, auf dem Renaissance Festival auf der Kreuzfahrerburg Yehiam-Castle mit unserem 13-köpfigen Ensemble Olegretto (11 Block-flötenspielerinnen und 2 Percussionisten) unter der Leitung von Sieglinde Heilig spielen.
Unsere wieder entflammte Vorfreude auf das für uns sehr beeindruckende Land und das erneute Erlebnis der unterschiedlichen Kulturen wurde für uns noch kurz vor Antritt der Reise durch die immer wieder in unseren Zeitungen veröffentlichten Kriegsberichte überschattet. Jedoch wich dieses Gefühl bereits zu Beginn unserer siebentägigen Reise durch die herzliche Begrüßung auf dem Flughafen Ben-Gurion in Tel Aviv durch den bereits bekannten Reiseleiter Avi Hatchuel. Er gab uns erneut das Gefühl von Sicherheit in seinem Land. Beeindruckt von der überwältigenden Gastfreundschaft, direkt bei unserer Ankunft und auch an jedem folgenden Tag, lernten auch die Ensemblemitglieder, die dieses Land zum ersten Mal besuchten, Israel von seiner besten Seite kennen. Überall erlebten wir auch diesmal wieder, wie Menschen unterschiedlicher Religion und Kultur friedlich miteinander leben können.
Das von den israelischen Gastgebern toll organisierte Kulturprogramm führte uns durch den Norden des Landes, wir lernten die beeindruckende Landschaft Israels kennen, erlebten die alte Seefahrerstadt Akko bei Nacht, bewunderten die Bahai-Gärten in Haifa, erlebten einen einmaligen Tag am Mittelmeerstrand Achsiv, bekamen einen Eindruck von einer der vier heiligen Städte Israels, Safed, und durften an dem Abschluss des Laubhüttenfestes und des damit verbundenen Thora-Festes der Juden teilnehmen. Dieser Abend hat uns einen sehr prägenden Einblick in die für uns fremde Religion gegeben. Neben der Besichtigung der verschieden Sehenswürdigkeiten hatten wir außerdem die Möglichkeit, mit Einheimischen über ihre Kriegserlebnisse zu sprechen, was uns eine ganz andere Einstellung zum Krieg nahe gebracht hat.
Bei alledem durften wir doch nicht den Grund unserer Reise, unsere Konzerte vergessen. Neben der Teilnahme am Renaissance-Festival auf der ehemaligen Kreuzfahrerburg Yehiam Castle, das wir auch eröffnen durften, hatten wir die Gelegenheit, auch in mehreren Kibbuzim, in dem Gymnasium des Kibbuz Cabri und bei dem Fest zur Beendigung des jährlichen Fastenmonats Ramadan der Moslems in Arab Al Aramsche zu spielen. Bestimmt für die vielen Israelis ein sehr ungewöhnliches Erlebnis, da gerade Flötenmusik und dazu noch im Renaissancestil eher ungewöhnlich ist. Auch dieses Jahr war diese Reise für uns wieder ein sehr prägendes und interessantes Erlebnis, das für uns immer unvergesslich bleiben wird.

Lea Paetzold
Katharina Warscheid


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