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DEN ARBEITSGRUPPEN: Freiburg
THEMA: Wenn Geschichte lebendig wird:
Mietek Pemper und Arno Lustiger zu Gast in Freiburg
IZusammen mit dem Bildungswerk Freiburg (KAS) veranstalteten wir unter dem Thema "Zeitzeugen" an der Uni Freiburg einen
Vortragsabend mit Mietek Pemper. Herr Pemper war über 540 Tage im Lager Plascow bei Krakau als Stenograph beim
Lager-kommandanten Amon Göth eingesetzt. Im Film "Schindlers Liste" hieß der Stenograph Isaac Stern, weil Regisseur
Spielberg zwei Personen in einer Spielfigur vereint hatte. Vor über 360 Zuhörern schilderte der bescheiden auftretende
Pemper in sehr bewegenden wie eindrucksvollen Worten die unglaublich aufreibende und menschenverachtende Zeit im KZ.
Die ständige Angst, von dem als jähzornig und unberechenbar geltenden Kommandanten Göth, der über 550 Lagerinsassen
willkürlich erschossen hatte, selbst erschossen zu werden, raubte ihm fast den Verstand.
Die Zuhörer dankten in minutenlangen "standing ovations" Herrn Pemper für seinen Mut, mitgeholfen zu haben, Leben zu retten.
Arno Lustiger weilte auf Einladung der DIG und des Vereins GEGEN VERGESSEN FÜR DEMOKRATIE in Freiburg.
Der Autor, Historiker und Kaufmann und Überlebender von sechs Konzentrationslagern berichtete vor Schülern
der Emil-Thoma-Realschule aus seinem bewegten Leben. Lustiger berichtete, wie während des deutschen Angriffs 1939
in Oberschlesien über 200 Juden in der örtlichen Synagoge verbrannten, wie 50 000 Juden mit Zügen nach Auschwitz
transportiert wurden. Familie Lustiger entkam durch ein Kellerversteck zunächst der Vernichtung, später wurde die
Familie aufgespürt, sein Vater und sein kleiner Bruder wurden ermordet, seine Mutter und drei Schwestern fand er
erst Jahre nach dem Krieg wieder.
Als total abgemagerter Mann musste er noch die Todesmärsche aus den KZs mitmachen und konnte kurz vor Kriegsende
zu den Amerikanern flüchten. Trotz aller schlimmen Ereignisse hat Lustiger seinen Optimismus, Humor und seine
Lebensfreude nicht verloren.
Eine Schülerin fragte ihn zum Schluss, ob es ihm nicht schwer falle, über das Schreckliche zu reden? "Ja, aber
ich tue es in der Zuversicht und Hoffnung, dass keiner von euch ein Nazi wird."
Johannes Reiner

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