Neues Präsidium der Deutsch-Israelischen Gesellschaft –
„Potsdamer Erklärung“ gegen Antisemitismus
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hat bei der 33. Hauptversammlung in Potsdam ein neues Präsidium gewählt und die „Potsdamer Erklärung“ gegen Antisemitismus verabschiedet.
Die DIG ist mit 52 Arbeitsgemeinschaften in allen 16 Bundesländern und mit einem Jugendforum die mit Abstand größte Organisation auf dem Feld der deutsch-israelischen Zusammenarbeit. Entgegen einem Trend anderer Organisationen verzeichnete sie in den vergangenen zwei Jahren einen deutlichen Zuwachs.
Als Präsident wurde der frühere CDU-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Dr. h.c. Johannes Gerster wiedergewählt. Von 1997 bis 2006 hatte er in Jerusalem für die Konrad Adenauer Stiftung Friedensprojekte geleitet.
Zu Vizepräsidenten wählte die Versammlung Marieluise Beck MdB, Grüne, Anke Eymer MdB, CDU/CSU, Dirk Niebel MdB, FDP und Rheinhold Robbe, Wehrbeauftragter, SPD. Weitere Vizepräsidenten sind die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaften Berlin, Hamburg und Stuttgart, Jochen Feilcke, Claudia Korenke und Franz-Hellmut Schürholz sowie der Vorsitzende des Jugendforums Stefan Hensel. Schatzmeister Volker Heidmann und 15 Beisitzer vervollständigen das Präsidium.
In der „Potsdamer Erklärung“, die nach intensiver Diskussion mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, fordert die DIG eine Verstärkung des Kampfes gegen alle Formen des Radikalismus, insbesondere gegen Rechtsradikalismus, Rassismus und Antisemitismus, bessere und objektivere Informationen über den Staat Israel und die Ursachen des Nahostkonfliktes, ein konsequentes Verbot verfassungsfeindlicher Organisationen, aber auch der Hisbollah in Deutschland, endlich wirkungsvolle Boykottmaßnahmen gegen den Iran und einen neuen Anlauf für einen neuen Friedensprozess in Nahost. Ein 10 Punkte Forderungskatalog unterstreicht den Willen der DIG, für diese Ziele mit Entschlossenheit einzutreten.
DIG-Präsident Gerster: „Zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht sollen von der DIG Signale ausgehen gegen Antisemitismus in Deutschland, für Solidarität mit Israel, gegen die Zerstörungspolitik des Iran und dessen Freunde und für den Frieden in Nahost. Wir haben gerade im Gedenken an den 9. November 1938 allen Grund, gegen einen neuen „Ungeist“ von Intoleranz und Gewaltbereitschaft entschlossener vorzugehen.“
Anlage: "Potsdamer Erklärung"
Potsdam 2. November 2008