Home    Links    Kontakt    Impressum

Wir müssen im deutsch-israelischen Verhältnis verlorene Maßstäbe wieder finden!

Am kommenden Sonntag (7.3.2010) wird in Augsburg die Woche der Brüderlichkeit eröffnet. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Verlorene Maßstäbe“. Seit 1949 werben die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit für mehr Verständnis zwischen Christen und Juden, für den Dialog zwischen beiden Religionen und für ein tolerantes Miteinander.

Genau eine Woche später ist der 50. Jahrestag (14.3.1960) der legendären Begegnung von Bundeskanzler Konrad Adenauer und Premierminister David Ben Gurion im Waldorf-Astoria Hotel in New York. Damals vereinbarten die beiden Staatsmänner eine vertrauensbildende, tragfähige Zusammenarbeit zwischen ihren beiden Ländern. Aus historischen, politischen und moralischen Gründen setzten Sie auf ein Miteinander als angemessene Antwort auf die Verbrechen der Nationalsozialisten.

Die damaligen Maßstäbe, dass gerade Juden und Christen nach der Schoah gemeinsam über eine bessere Welt reden und auch beten sollten und dass gerade Deutschland und Israel eine faire und gemeinsame Zusammenarbeit pflegen sollten, gelten für das offizielle Deutschland noch immer, sind aber in weiten Teilen der Gesellschaft verloren gegangen.

Heute werden die ständigen Drohungen des Iran gegenüber Israel und sein atomares Aufrüstungsprogramm fast teilnahmslos, in jedem Fall tatenlos hingenommen. So als ginge uns das gar nichts an.

Israel wird gegen besseres Wissen und fernab jedweder Realität zunehmend eine Alleinschuld für den Konflikt mit den Palästinensern zugeschrieben.

Während die Palästinenser Friedensgespräche mit Israel strikt ablehnen oder an unerfüllbare Vorbedingungen knüpfen, wird Israel einseitig als verhandlungsresistent dargestellt.

Fehler der palästinensischen Seite werden systematisch heruntergespielt oder bestritten, Fehler der israelischen Seite werden hochgespielt und teilweise maßlos übertrieben. Es wird ständig mit zweierlei Maß gemessen.

Nach dem 2. Weltkrieg vermittelte der mühsam belebte Dialog zwischen Juden und Christen und der komplizierte Aufbau deutsch-israelischer Beziehungen zu Recht Hoffnung auf eine Zeit der schrittweisen Aussöhnung, ja des Friedens.

Wir sollten die Maßstäbe gegen einen modischen Ungeist wieder finden:

Die einzige Demokratie im Nahen Osten ist mit uns freundschaftlich verbunden und wir fühlen uns für seine Existenz in Frieden und Sicherheit mitverantwortlich.

Wir treten für Frieden und Aussöhnung zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn ein.

Wir wehren uns gegen wahrheitswidrige, einseitige Schuldzuweisungen an die Adresse Israels und kämpfen gegen jede Form des Antisemitismus, ob von rechts, links oder aus Kreisen der Migranten.

Dr. h.c. Johannes Gerster

Berlin, 4. März 2010

 

 

Pressemitteilungen

Zum Seitenanfang

© Copyright 2003-2010 Deutsch-Israelische Gesellschaft * last update: 04.03.2010