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Arafat ist gegangen - was nun?
Heute findet Yassir Arafat in Ramallah seine letzte Ruhestätte. Damit endet ein langes und
schmerzliches Kapitel in der Geschichte des palästinensischen Volkes und der des Nahen Ostens.
Es steht mir nicht an, den vielen Nachrufen einen weiteren hinzuzufügen.
Eins aber muss um der historischen Wahrheit willen gesagt werden: Arafat hat
in den entscheidenden Monaten des Jahres 2000 die wahrhaft historische Chance verspielt,
Frieden zu schließen, einen Palästinenserstaat zu bauen und sein Volk endlich in die ersehnte
Zukunft zu führen. Stattdessen hat er dieses Volk in einen aussichtslosen Kampf geführt und
einen Terror befördert, der viele unschuldige Opfer in Israel gefordert und den Palästinensern
außer Leiden nichts, aber auch nichts gebracht hat.
Die Wirklichkeit wird nun alle Betroffenen rasch wieder einholen. Heute ist es zu früh zu sagen,
ob sein Tod dazu beitragen kann, im Nahen Osten eine neue, vielleicht bessere Seite
aufzuschlagen. Hoffen wir also, dass die neue palästinensische Führung den Mut,
aber auch die Möglichkeit dazu hat, die Lage im Gazastreifen und der Westbank
zu stabilisieren, das teuflische Gesetz der terroristischen Gewalt zu brechen
und auch über reguläre Präsidentenwahlen den Weg zum Rechtsstaat zu beschreiten.
Auf diese Weise könnte es endlich wieder zu zielführenden Kontakten und Verhandlungen
zwischen Israelis und Palästinensern kommen. Übertriebene Hoffnungen sollte niemand
hegen, Ungeduld würde eher kontraproduktiv wirken. Wir dürfen jedoch sicher sein,
dass Israel eine in redlicher Absicht ausgestreckte Hand nicht zurückschlagen wird.
Hamburg, 11. November 2004
Prof. Manfred Lahnstein
Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
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