Ein Zeichen der Ermutigung Mahmoud Abbas ist Präsident
Die Palästinenser haben gewählt. Diese Wahl ist ein Zeichen der Ermutigung für uns,
denen an einer friedlichen Zukunft in der Region gelegen ist.
Diese Wahl ist nach Aussagen aller Beobachter weitgehend störungsfrei und nach allen
Spielregeln der Demokratie verlaufen. Dies und die hohe Wahlbeteiligung, insbesondere auch
unter den Frauen, sind Anlass zu Freude und Anerkennung. Die große Mehrheit der Palästinenser
hat den Boykottaufrufen radikaler Organisationen wie der Hamas widerstanden. Auf Mahmoud Abbas
und seinen wichtigsten Gegenkandidaten, der ebenfalls zu den gemäßigten Kräften gehört, ist die
übergroße Mehrheit der Stimmen entfallen. Das zeigt:
Die Palästinenser wollen in geordneten, demokratischen und rechtsstaatlichen Verhältnissen leben.
Dies ist für mich das wichtigste Ergebnis des Wahltages. Es besteht die reale Chance, dass die
Rattenfänger ausgedient haben könnten. Dies sollten auch all diejenigen bei uns zur Kenntnis nehmen,
die ihnen bis in die jüngste Vergangenheit hinein auf den propagandistischen Leim gegangen sind.
Jetzt wird sich der neue Präsident daran machen müssen, in den palästinensischen Autonomiegebieten
die politischen, wirtschaftlichen Strukturen aufzubauen, ohne die eine gedeihliche Zukunft für seine
Landsleute nicht möglich erscheint. Dazu gehört in allererster Linie ein Ende des gegen Israel
gerichteten Terrors.
Das Interesse Israels, aber auch der zivilisierten Völkergemeinschaft ist es, ihm dabei zu helfen.
Das tun wir, indem wir die Latte der Hoffnungen und Erwartungen nicht zu hoch legen. Und wir tun es,
indem wir den Palästinensern zusätzliche Perspektiven für ihre staatliche, ökonomische und
gesellschaftliche Entwicklung anbieten.
Besserwisserei und Maximalforderungen helfen nicht weiter. Konkrete Hilfe und viel Geduld tun es.
Prof. Manfred Lahnstein
Präsident
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