| Idee Ulpan, und dann? – Ein Erfahrungsbericht
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Anfangs ist es für mich nur eine Idee gewesen nach Israel zu gehen um dort Hebräisch zu lernen. Doch was dann? Wo bekommt man die Informationen her für so einen Aufenthalt? Wenn man nach England, Frankreich oder Spanien möchte, ist es kein Problem sich Informationen einzuholen. Überall wird man von den verschiedensten Anbietern umworben mit tollen Sprachaufenthalten. Doch so einfach ist es nicht bei einer Sprachreise nach Israel. Eine erste Anlaufstelle kann die Internetseite der Israelischen Botschaft in Berlin sein (www.israel.de). Hier findet man unter der Rubrik Studium in Israel sämtliche Universitäten und die Kontaktadressen. Hiermit hatte ich also die gewünschten Informationen.
Anfang des letzten Jahres habe ich mich dann für den Ulpan an der Universität Haifa angemeldet. Was ich noch nicht wusste war, dass jetzt ein Papierkrieg anfangen würde. Der erste Schritt zur Anmeldung war einfach und übers Internet zu machen. Doch die weitere Anmeldung wurde schon etwas komplizierter. Man musste ein weiteres Anmeldeformular mit persönlichen Daten ausfüllen, ein ärztliches Attest einholen und eine Anzahlung von $50 machen. Die Anzahlung sollte sich als Problem rausstellen, da man sie nur per Scheck bezahlen konnte. Nach mehreren Telefonaten mit der Uni in Israel und mehreren Besuchen bei meiner Bank habe ich dann für mich die kostengünstigste Variante gefunden. Mein Tipp dabei ist, sofort die gesamten Kursgebühren zu zahlen, da dann die Scheckkosten am niedrigsten sind. Denn wenn man $50 per Scheck bezahlen möchte, sind die Gebühren für den Scheck höher als der zu zahlende Betrag.
Nachdem ich die Anmeldung dann weggeschickt hatte, dachte ich, dass damit der Papierkram erledigt sei. Doch weit gefehlt. Nach geraumer Zeit bekam ich eine E-Mail, in der ich gebeten wurde, einen Sprachtest aus dem Internet herunter zu laden und ausgefüllt nach Israel zu schicken. Der Test sollte den jeweiligen Hebräischlevel feststellen. Für diesen Test sollte man sich in Ruhe Zeit nehmen und ihn auch nicht auf die allzu lange Bank schieben, da er nicht sehr einfach ist. Am Ende dieses Papierkriegs lernte ich vier Wochen Hebräisch in Israel. Für diese Aussicht hat es sich definitiv gelohnt, sich durch den Berg von Papier zu wühlen.
Nun konnte der Flug gebucht werden. Ein weiterer Aspekt, den man nicht vergessen sollte, ist die Krankenversicherung. Entweder man kümmert sich in Deutschland um eine Auslandsversicherung und informiert sich darüber bei seiner Krankenkasse. Oder man versichert sich für die Zeit bei einer israelischen Krankenversicherung. Ich habe mich für die israelische Krankenversicherung entschieden, da es im Notfall mit einer inländischen Krankenversicherung einfacher ist als mit einer deutschen. Die Uni vermittelt auf Wunsch den Kontakt zu einer Versicherung. Die Krankenversicherung für einen Monat kostete ca. 30 $.
Eine Unterkunft für die Zeit des Sprachkurses kann man sich entweder selbst suchen oder im Studentenwohnheim wohnen. Dort gibt es die Möglichkeit im Einzelzimmer oder Zweibettzimmer zu wohnen. Ich habe im Einzelzimmer gewohnt in einer 6er WG und kann dies nur empfehlen.
Für Fragen, egal welcher Art, stehen immer die Mitarbeiter des Department of Overseas Studies zur Verfügung. Fragen zur Anmeldung und Organisation des Aufenthalts können telefonisch oder per Email geklärt werden. Während des Aufenthalts helfen die Mitarbeiter bei Problemen. Ich habe diesen Service mehr als einmal in Anspruch genommen und war immer zufrieden.
Falls die Kursgebühren unerschwinglich sind, kann man sich um ein Stipendium bewerben. Dieses Stipendium wird von der israelischen Regierung vergeben. Informationen dazu finden sich auch wieder auf der Internetseite der israelischen Botschaft www.israel.de. Hierbei sind vor allem die Bewerbungsfristen zu beachten. Sie sind ungefähr ein halbes Jahr früher als die für den Ulpan. Die Bewerbung muss auf Englisch und in dreifacher Ausführung abgefasst sein. Auch diese Bewerbung ist mit einem großen Aufwand verbunden, aber dieser lohnt sich.
Die vier Wochen Sprachkurs in Haifa im August 2005 gehören zu den besten Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe. Man lernt sehr viele nette Menschen aus der ganzen Welt kennen. Der Unterricht ist sehr konzentriert und kompakt. Es wird nur Hebräisch gesprochen. Man muss sich die ganze Zeit konzentrieren und aufpassen, da man ansonsten sehr schnell etwas Wichtiges verpasst. Ich fand es sehr anstrengend, aber ich habe noch nie so viel gelernt, wie in den vier Wochen.
Der Unterricht ist sehr gut und methodisch vielseitig gestaltet. Viel Spaß hat mir die fünfminütige Präsentation auf Hebräisch gemacht. Sehr schwierig fand ich die Vorträge auf Hebräisch, die einmal wöchentlich stattfanden und bei denen teilweise zu schnell gesprochen wurde. Gut fand ich die Hausaufgabenbetreuung durch israelische Studenten, die zweimal in der Woche mit den Kursteilnehmern arbeiteten. So bestand Gelegenheit etwas erklärt zu bekommen, was im Unterricht oder bei Hausaufgaben nicht verstanden worden war.
Hinzu kam noch ein vielfältiges Freizeitangebot. Mir haben besonders die Wochenendausflüge gefallen. Hier ging es z.B. nach Jerusalem. Wir haben dort eine phantastische Führung durch die Altstadt bekommen. Mein Lieblingsort ist dort die Klagemauer. Ich habe noch nie einen so beeindruckenden Ort gesehen. Alles in allem war der Ulpan eine tolle Sache und macht definitiv süchtig nach mehr!
Amelie Schröder
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