Wechsel

Mit den Neuwahlen des Präsidiums der DIG wurde auch ein neuer Bundesvorsitzender des Jungen Forums gewählt. Lukas Welz, der das Junge Forum seit 2009 leitete, ist nicht wieder angetreten. Tibor Luckenbach wurde von den Sprechern der Regional- und Hochschulgruppen zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt.

Lukas Welz, Bundesvorsitzender des Jungen Forums bis November 2015:
Fast sieben Jahre durfte ich das Junge Forum der DIG leiten. Ein Rückblick zeigt, wie sehr sich die Organisation in dieser Zeit veränderte. Der großen Herausforderung, einer immer älter werdenden Mitgliederstruktur entgegenzuwirken, haben sich sowohl Präsidium als vor allem das Junge Forum stellen müssen. Ich danke vor allem Reinhold Robbe, der mit seiner Präsidentschaft die DIG stärker als zuvor in das öffentliche Bewusstsein gerückt hat und dem Jungen Forum die Möglichkeit gab, sich zu entfalten.
Wir haben unser Bestes getan und ich möchte allen Aktiven danken, die unsere Arbeit in den letzten Jahren so bereichert haben! Es muss dabei immer wieder hervorgehoben werden: alle Aktivitäten wurden ehrenamtlich organisiert, jede und jeder hat freie Zeit gegeben, um sich für Israel, die deutsch-israelischen Beziehungen und gegen Antisemitismus zu engagieren. Dafür mein herzlichster Dank!
Ich blicke zurück auf bundesweite Seminare, Sommerlager, die Zukunftswerkstatt – Formate und Themen, die versuchten, diese vielfältigen Beziehungen in der gesamten Breite abzubilden und damit zu einem differenzierten Bild beizutragen: Homosexualität und Religion, grüne Umwelttechnologien, Migration und Diversität sind nur einige der vielen Themen, die wir dabei angesprochen haben. Und leider auch immer wieder das notwendige Handeln gegen Antisemitismus und Antizionismus, der sich gerade in den letzten Monaten aller Orten Bahn brach. Auf Seminaren, in Demonstrationen und Flash-Mobs wurde der Hass auf Juden, der aus allen Teilen der Gesellschaft kommt, thematisiert.
Heute steht das Junge Forum auf vielen Säulen, mittlerweile 13 Regional- und Hochschulgruppen sind vor Ort aktiv und zeigen Präsenz – unser schicker Beutel, Dank an Carola Jaeckel für diese tolle Idee, ist nur das augenscheinlichste Indiz. Gerade in den Hochschulgruppen liegt großes Potenzial, ist es doch vor allem auch der akademische Raum, der Schauplatz israelfeindlicher Aktionen ist. Für die Zukunft bleibt mein Wunsch, dass unsere Arbeit weiter vorankommt und wir noch mehr als bisher präsent sind! Dafür Euch und Ihnen alles Gute.

Tibor Luckenbach, seit November 2015 Bundesvorsitzender:
In der gegenwärtigen Umbruchsphase der DIG die Leitung des Jungen Forums zu übernehmen, bedeutet eine große Herausforderung, der ich mit Respekt aber ebenso großer Freude entgegensehe. Zuversichtlich stimmt mich dabei insbesondere die Tatsache, dass das JuFo aktiv und breit aufgestellt da steht, wie nie zuvor. Ein besonderer Dank dafür gebührt meinem Vorgänger Lukas Welz, der sieben Jahre lang mit außergewöhnlichem Engagement das JuFo leitete, vertrat und seine großartige Entwicklung erst ermöglichte. Ihr habt nicht nur euer Bestes gegeben, euch ist auch Phantastisches gelungen!

Wie positiv es weiter geht, zeigt beispielsweise, dass in den wenigen Wochen seit dem Wechsel der neue Vorstand bereits drei Neugründungen von Regionalgruppen begleiten durfte: Marburg, Rheinland und Münster. Neben den Aktivitäten vor Ort bringen wir uns auch innerhalb unserer Mutterorganisation vielfach ein; in der Zukunftskommission, welche die Neustrukturierung der DIG begleiten und mitgestalten wird, vertritt Ina Dinslage aus Hamburg mit uns die junge Generation. Eine besondere Chance, für die Sache Israels auf verbreiterter Basis eintreten zu können, zeichnet sich mit der Gründung der European Alliance for Israel ab, für welche ein internationales Junges Forum entwickelt werden soll. Eine Herausforderung, der wir uns in kommenden Monaten und Jahren stellen wollen.

Dass wir alle mit Engagement, Freude aber auch großer Ernsthaftigkeit an die Arbeit zu gehen haben, verdeutlicht uns täglich die eskalierende Weltlage. Hier nennen möchte ich dazu die Gleichgültigkeit der hiesigen Öffentlichkeit gegenüber einer seit einem halben Jahr nicht abreißenden palästinensischen Terrorwelle, der zahlreiche Bewohner Israels zum Opfer fielen - eine Ignoranz, die von der EU-Kommission mit dem Versuch flankiert wird, Israel zeitgleich durch eine Warenkennzeichnung ökonomisch unter Druck zu setzen. Sowie die zunehmende Isolation Israels in der internationalen Diplomatie, dessen berechtigte Bedenken bezüglich einer Rehabilitierung des antisemitischen Regimes in Teheran von den Großmächten mit dem sogenannten Atom-Deal völlig marginalisiert wurden.

Um mich denjenigen, die mich noch nicht kennen kurz vorzustellen, ein paar Sätze zu meiner Person: Ich studiere Judaistik an der Goethe Universität Frankfurt. Seit 2008 bin ich Mitglied der DIG und habe mich vor allem bei der Gründung des Jungen Forums in Frankfurt sowie im Vorstand der dortigen DIG Arbeitsgemeinschaft engagiert. Mein Studium brachte mich u.a. 2012 zur Sommeruni an der Ben Gurion Universität in Beer Sheva. Neben der DIG engagierte ich mich bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für ein Projekt zur Restauration des letzten verbliebenen jüdischen Friedhofs in Białystok, Polen.

Die zentrale Aufgabe des Bundesvorsitzenden sehe ich darin, die vielfältigen Aktivitäten der Regionalgruppen, die das Junge Forum ausmachen, durch Bereitstellung der Förderung sowie Vermittlung zur Geschäftsstelle zu ermöglichen. Dabei hoffe ich auf rege Mitarbeit von allen Interessierten.




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