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* * *    60 Jahre Israel    * * *
 

Anke Eymer, MdB

Deutsch-israelische Wissenschaftskooperation – eine Erfolgsgeschichte

Wenn in diesem Jahr des 60-jährigen Bestehens des Staates Israel feierlich gedacht wird, dann ist das auch für die Bundesrepublik Deutschland eine Epoche, in der eine freundschaftliche und vielschichtige partnerschaftliche Bindung zwischen den beiden Ländern gewachsen ist. Diese Verbindung besteht nicht nur auf der politischen Ebene, sondern setzt sich facettenreich auf allen gesellschaftlichen Ebenen fort. Besonders intensiv ist die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich Entwicklung und Forschung.

Hier bietet ein eng geknüpftes Netz von gemeinsamen Projekten heute beste Möglichkeiten für einen intensiven wissenschaftlichen Austausch. Israel sowie Deutschland sind zwei weltweit wichtige Hightech-Länder, die besonders der jungen Generation am Beginn des 21. Jahrhunderts ein ungeahntes Potenzial der Kooperation bieten. Die Entwicklung von Spitzentechnologien gehört in beiden Ländern zu einer der wichtigsten wirtschaftlichen Ressourcen. Allein in Israel entfallen heute zwei Drittel des Exports auf Hightech-Güter. So ist der Forschungsstandort Israel auch für Investitionen zahlreicher namhafter deutscher Industriekonzerne - wie Siemens, SAP, VW, Daimler-Chrysler, deutsche Telecom, BASF und Bayer, um nur einige zu nennen - von steigendem Interesse.

Deutschland ist nach den USA mittlerweile der zweitwichtigste Wissenschaftspartner Israels. Über die gute bilaterale Zusammenarbeit mit Deutschland hat Israel in der Vergangenheit auch den Zugang zum europäischen Forschungsraum gefunden.

Vor knapp 50 Jahren war an diese Dimensionen der Kooperation sicher nicht zu denken. Nachdem schon ab 1952 erste Kontakte zu deutschen Bibliotheken aufgenommen worden waren und es zu vereinzelten Kurzbesuchen deutscher Wissenschaftler in Israel gekommen war, brach im Dezember 1959 eine Delegation der deutschen Max-Planck-Gesellschaft zu einem ersten offiziellen Besuch des Weizmann-Institutes auf.

Damit wurde eine weitreichende wissenschaftliche Zusammenarbeit begründet. Diese älteste Kooperationsschiene ist in den vergangenen Jahrzehnten auf alle Forschungseinrichtungen der beiden Länder ausgedehnt. Den entscheidenden Impuls dazu gab das historische Treffen des ersten deutschen Bundeskanzlers, Konrad Adenauer, mit dem israelischen Ministerpräsidenten, Ben Gurion, am 14. März 1960 in New York, als Bundeskanzler Adenauer unter anderem eine Spende von 3 Mio. DM an das Weizmann-Institut ankündigte.

Daraus entstand die Minerva-Gesellschaft. Das Minerva-Weizmann-Projektprogramm umfasst derzeit 80 Einzelprojekte sowie 40 Minerva-Forschungszentren an den israelischen Hochschulen, weitere Junior Projektgruppen sowie eine große Zahl von Lang- und Kurzzeitstipendien für Gastwissenschaftler.

Eckpfeiler der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Israel ist auf deutscher Seite seit 1973 die Zusammenarbeit mit dem BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) mit dessen Kooperationsprogrammen (Programme der Minerva Stiftung, Interministerielle Forschungskooperation BMBF-MOITAL-MOST, Deutsch-Israelische Stiftung für Wissenschaftliche Forschung und Entwicklung GIF, Deutsch-Israelische Projektionskooperation in zukunftsorientierten Themenbereichen DIP).

Neben den Kooperationsprogrammen des BMBF sind zudem eine Reihe anderer Organisationen an der Förderung der Zusammenarbeit beteiligt. Dabei wird von allen Akteuren insbesondere die intensive Beteiligung der jungen Generation als ein wichtiger Zukunftsfaktor für die gemeinsame Zusammenarbeit gesehen.

Anke Eymer ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und des Unterausschusses für auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, sowie Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der WEU


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