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* * *    60 Jahre Israel    * * *
 

Reinhold Robbe

Das Verhältnis könnte nicht besser sein

Die Ankündigung der Bundeskanzlerin anlässlich des jüngsten Besuches des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert vor wenigen Wochen machte, stellt die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel auf eine neue Stufe: „In diesem Jahr werden wir mit einer Tradition beginnen, nämlich mit den jährlichen Regierungskonsultationen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland.“ An diesem Ereignis kann man ablesen, wie gut es um die Beziehungen bestellt ist, wenn man bedenkt, dass derartige Konsultationen bisher nur mit engen Bündnispartnern gepflegt wurden.

Einen besonderen Beitrag zur Entwicklung dieser guten Beziehungen leistete die Zusammenarbeit auf dem sicherheitspolitischen Feld. Der erste Kontakt zwischen dem Staatssekretär im israelischen Verteidigungsministerium Shimon Peres und dem bundesdeutschen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß fand in Rott am Inn im Geheimen statt. Historiker haben zwischenzeitlich herausgefunden, was damals als Ergebnis präsentiert werden konnte: Deutschland erhielt unter anderem die Maschinenpistole „Uzi“ und im Gegenzug gab es Waffen für Israel.

In der Folgezeit liefen die Beziehungen weiter und wurden, erst recht nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen am 12. Mai 1965, noch ausgebaut; insbesondere nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem Aufgehen der Streitkräfte der DDR in der Bundeswehr.

Dass diese Beziehungen immer noch besondere waren, lässt sich an der Stellungnahme des Bundesministeriums der Verteidigung von 1991 festhalten: "Seit Beginn der Zusammenarbeit mit Israel ist es ständige Praxis aller Regierungen gewesen, diese Kooperation möglichst wenig öffentlich zu gestalten oder zu formalisieren."

Heute ist diese Freundschaft enger denn je und die beste zu einem Land außerhalb der NATO, es gibt einen regelmäßigen Dialog auf Staatssekretärsebene, es finden deutsch-israelische Stabsgespräche statt, es werden gemeinsame Übungen veranstaltet und gegenseitige Besuche von Offiziersanwärtern durchgeführt.

Neben den allgemeinen bilateralen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland muss in diesem Zusammenhang das ausgezeichnete Verhältnis zwischen den beiden Armeen genannt werden. Ich hatte im Laufe der zurückliegenden eineinhalb Jahrzehnte Gelegenheit, dieses Verhältnis als politischer „Insider“ zu begleiten. Heute kann ich feststellen, dass die Beziehungen zwischen den Armeen gerade deshalb so optimal und vertrauensvoll sind, weil sie in den jeweiligen militärischen Führungen intensiv gepflegt und gefördert werden. Vorneweg ist der Generalinspekteur der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan zu nennen, der zu seinem israelischen Counterpart das beste Verhältnis pflegt. Gleiches gilt für alle Inspekteure der deutschen Teilstreitkräfte und für viele Führungspersönlichkeiten auf allen Ebenen unserer Bundeswehr. Dieses freundschaftliche Miteinander hat aus meiner Sicht vielleicht auch dazu beigetragen, dass Bedenken, die im Vorfeld der Unifil-Mission unserer Marine vor der Küste des Libanon in Deutschland laut wurden, sehr schnell wieder verebbt sind.

Wie unkompliziert die israelische Armee mit uns Deutschen umgeht, konnte ich bei vielen Gelegenheiten erleben. Ob es die Begegnungen mit führenden militärischen und politischen Verantwortungsträgern waren oder die vielen Truppenbesuche in Israel: Bei allen Kontakten wurde ich mit offenen Armen und mit einer unglaublichen Herzlichkeit empfangen. Und zwar auch dann, wenn die politische „Großwetterlage“ nicht unbedingt so günstig war. Und für mich ist es ein großartiges Zeichen der Verbundenheit, wenn jedes Jahr Offiziersanwärter die Möglichkeit haben, mit ihren israelischen Kameraden gemeinsame Übungen durchzuführen und gleichzeitig Land und Leute intensiv kennen lernen. Bei der Staatsgründung hätte dies wohl niemand für möglich gehalten.

Reinhold Robbe ist Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages und Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft


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