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* * *    60 Jahre Israel    * * *
 

14. Mai 2008 Frankfurter Paulskirche

Erstmals hatten die Deutsch-Israelische Gesellschaft, der Deutsche Koordinierungsrat der Christlich-Jüdischen Gesellschaften und der Zentralrat der Juden in Deutschland gemeinsam eingeladen und viele waren gekommen: 30 Bundestagsabgeordnete, zahlreiche Landtagsabgeordnete, Vertreter der Bundesregierung und der Landesregierungen, Oberbürgermeister und Landräte, Repräsentanten der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Wirtschaft und der Gewerkschaften. Sie alle feierten 60 Jahre Israel in der Paulskirche in Frankfurt am Main. Die Parteien waren hochrangig vertreten durch Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, CDU, den Fraktionsvorsitzenden Dr. Peter Struck, SPD, den Generalsekretär Dirk Niebel, FDP, die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Fritz Kuhn sowie den Bundesvorsitzenden Reinhard Bütikofer von Bündnis 90/Die Grünen und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Die Linke.

DIG-Präsident Dr. h.c. Johannes Gerster begrüßte die Gäste im Namen der drei Veranstalter und betonte, dass nach dem Wunder der Gründung des Staates Israel von genau 60 Jahren, nach einer wundersamen Entwicklung dieses aufstrebenden Landes und der wunderbaren Entwicklung der deutsch-israelischen Beziehungen nun das vierte Wunder ausstehe, für das es hart zu arbeiten gelte: das Wunder des Friedens.
Zum israelischen Botschafter gewandt, sagte er u.a.: „Wir gratulieren Israel zu seinem 60. Geburtstag, wir wünschen Ihrem Volk Glück und Segen und endlich Frieden in Sicherheit …“ Er schloss seine Rede mit den Worten: „Wir wünschen Israel den Mut der Gründergeneration, jetzt und in Zukunft durch Kompromisse seinen Teil zum längst fälligen Ausgleich zwischen Israelis und Palästinensern beizutragen.
Wir fordern die arabische Welt auf, die Existenz Israels ohne Wenn und Aber anzuerkennen und an der friedlichen Gründung eines palästinensischen Staates neben Israel mitzuwirken.
Und wir fordern unsere deutschen Landsleute auf, sich unserer politischen Verantwortung für das Volk der Juden und ihr Lebensrecht im Staat Israel bewusst zu sein und sich schleichenden antisemitischen und antiisraelischen Tendenzen in unserer Gesellschaft zu widersetzen. Aus historischen, politischen und moralischen Gründen treten wir dafür ein, dass Israel seine Zukunft in Frieden, Freiheit und Sicherheit gestalten kann.
Glückauf Israel, Erfolg den deutsch-israelischen Beziehungen und das noch ausstehende vierte Wunder: Frieden für Israel und die Völker des Nahen Ostens!
SHALOM LE ISRAEL U LE AMIM BA MISRACH HATICHON: AMEN“

Die Oberbürgermeisterin von Frankfurt, Dr. h.c. Petra Roth, drückte – zugleich als Hausherrin – ihre Freude aus, dass der zentrale Festakt zum 60jährigen Bestehen des Staates Israel in Frankfurt am Main stattfinde und führte aus:
„Hier in Frankfurt konkretisieren sich die Beziehungen mit Israel seit beinahe drei Jahrzehnten in einer weit gespannten und herzlichen Freundschaft mit unserer Partnerstadt Tel Aviv. … Was aber kann Frankfurt am Main zum Fortbestand Israels und seiner Sicherheit beitragen?
Hier in Frankfurt, besonders hier in dieser Paulskirche fließen die gemeinsamen kulturellen Wurzeln und Werte deutscher, europäischer und jüdischer Geistes- und Kulturgeschichte zusammen. Menschenwürde, unteilbar für alle, demokratische Mitwirkungsrechte für Jedermann, Gleichheit vor Recht und Gesetz wurden hier formuliert.
So wie Frankfurt in dieser Tradition für ein friedliches Zusammenleben seiner vielfältigen Stadtgesellschaft arbeitet, ist die Stadt diesem Ziel auch international verpflichtet. Deshalb wurde nur ein halbes Jahr nach der Partnerschaft mit Tel Aviv eine ebensolche mit der ägyptischen Hauptstadt Kairo begründet.
Dahinter stand der Wunsch der Stadt Frankfurt am Main, den Völkern Israels und Ägyptens im Anschluss an den Friedensvertrag zwischen beiden Ländern, dem Camp David-Abkommen, ein Zeichen der Solidarität zu geben.“

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, dankte der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und dem Koordinierungsrat der Christlich-Jüdischen Gesellschaften für die Zusammenarbeit „von Herzen für ihre Arbeit“ und sagte: „Rund 1800 Jahre nachdem der Zweite Tempel in Jerusalem zerstört wurde und damit das Leid des heimatlos gewordenen jüdischen Volkes in der Diaspora begann, haben die ersten Olim die Sehnsucht nach Zion in eine zu verwirklichende Möglichkeit umgewandelt und mit der eigenen Hände Arbeit umgesetzt.
Die Triumphe des Zionismus mögen uns heute wie ein Wunder erscheinen, aber sie sind das Ergebnis der entschlossenen Suche des jüdischen Volkes nach Gerechtigkeit.
Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Israel auch für uns, die wir hier in der Diaspora leben, von ganz besonderer Bedeutung. Denn der jüdische Staat ist nicht nur ein Rettungshafen für den Fall neuerlicher Ausgrenzungen und Diskriminierungen. Nein. Dieses Land ist weit mehr als das: Es symbolisiert den Sieg jüdischer Ethik über den Rassenwahn der Nationalsozialisten. Schließlich haben jene, die vor Hitlers Schergen nach Israel geflüchtet sind, Werte mitgebracht, die noch heute bestimmend sind für die politische Kultur und Identität dieses Landes: Demokratie, Pluralismus, Toleranz und Solidarität.
Die Nationalsozialisten mochten ihnen die Heimat, Familie, Freunde und ihre Rechte genommen haben – ihre Menschlichkeit aber, ihre Bereitschaft, miteinander und füreinander einen jüdischen Staat zu bauen, konnte ihnen nicht genommen werden.
Deshalb kann ich mir für die heutige Feierstunde auch keinen adäquateren Ort vorstellen als die Paulskirche. Wie Israel steht auch die Paulskirche paradigmatisch für die Ideale des Liberalismus und der Grundrechte.

Der israelische Botschafter in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, übermittelte die Grüße der israelischen Regierung und dankte den Veranstaltern für diesen Festakt in der Paulskirche. Weiter erklärte er: „Wir feiern 60 Jahre Israel, das ist in der Geschichte nur ein kurzer Abschnitt. Doch wir sehen diese Jahre als ein Kontinuum der Geschichte der Menschheit, denn der israelische Staat ist eine Mischung aus zwei Kapiteln: aus der Geschichte unserer Vorfahren und aus der Moderne.
Die Vergangenheit ist unser ständiger Begleiter. Die Geschichte der guten und schweren Zeiten ist Teil unseres Lebens, unserer Gegenwart und Zukunft. Für die deutsch-israelischen Beziehungen ist die Vergangenheit sehr wichtig. Unsere beiden Völker wissen um ihre Bedeutung, um die Tage, als Deutschland die Juden vertrieb und dann ermordete. Doch Schuld und Zorn sind keine guten Instrumente, um unsere Beziehungen zu gestalten, schon gar nicht für die junge Generation beider Völker ….
Bei den Worten der Kanzlerin habe ich gesehen, wie nah unsere Politik und Ideologie sind. Wir nehmen die Dinge durch die gleiche Brille wahr. Sie in Deutschland und wir in Israel achten die Menschenwürde. Wir haben gemeinsame Ziele wie Sicherheit, Frieden, Bildung, Kultur und die Wissenschaft. Daher möchte ich dem deutschen Volk sagen: Wir vergessen die Vergangenheit nicht, das jüdische Gedächtnis vergisst nicht. Das ist unser Erbe der Geschichte. Doch wir wissen auch, wer unsere Freunde sind. Und Deutschland ist ein sehr wichtiger Partner.
Ich möchte heute nicht über Kriege sprechen. Ich hoffe sehr, dass wir Frieden für uns, unsere palästinensischen Nachbarn und die anderen arabischen Staaten erzielen. Ich bin sicher: eines Tages wird Frieden sein. Ich möchte von hier aus zu unseren palästinensischen Nachbarn sagen: Wir strecken unsere Hand zum Frieden aus. Wir sind nicht euer Feind. Euer Feind sind Hunger, Armut, Radikalismus und Fanatismus. Lasst uns also zusammen arbeiten und die Probleme lösen. Unsere Kinder und eure Kinder brauchen Frieden und Bildung und eine gute Wirtschaft. Krieg und Blut können sie nicht brauchen.
Wenn ich hier stehe, denke ich an die ersten Tage des Staates Israel. Damals waren nur 600.000 Juden im Land, die eine schwere Vergangenheit hinter sich hatten und eine schwere Zukunft vor sich. Doch jetzt leben 7 Millionen in einem modernen Staat.
Wir haben unsere Leistungen erzielt durch schwere Arbeit, mit Schweiß und viel Blut. Auch heute ist die Situation schwierig. Doch nach den Worten der Bundeskanzlerin in der Knesset und nach meinen fünf Monaten als Botschafter weiß ich: wir sind nicht allein. Deutschland und Sie sind an unserer Seite und dafür möchte ich Ihnen und jedem deutschen Bürger danken.“

In seiner Festrede führte Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert aus: „Deutschland gratuliert Israel zum 60. Geburtstag!
Dieser schlichte Satz ist bei weitem nicht so banal wie er sich anhört. Dass die Deutsch-Israelische Gesellschaft, der Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Zentralrat der Juden in Deutschland gemeinsam einen Festakt zum israelischen Staatsjubiläum ausrichten, gehört zu den scheinbaren Selbstverständlichkeiten, an die wir uns zu gewöhnen begonnen haben.

Tatsächlich erscheinen die heutigen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel beinahe wie ein Wunder der Geschichte, gemessen an der entsetzlichen Vergangenheit, die Deutsche und Juden immer in beispielloser Weise verbinden wird.
In den gut sechs Jahrzehnten nach der Befreiung der Konzentrationslager hat sich eine Freundschaft entwickelt, auf die niemand ernsthaft hoffen konnte. Schließlich waren unter den Staatsgründern Israels die Überlebenden der Todeslager und die Vertriebenen aus den zerstörten Ghettos.
Der heutige Staatspräsident Simon Peres hat daran erinnert, dass im jungen israelischen Staat ‚die Auffassung überwog, dass der Bruch mit Deutschland endgültig und ewig sein müsse’.
Dies zeigt einmal mehr: Wer über die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen reden will, der muss auch über die Vergangenheit reden.
Schon vor über 80 Jahren wurde das ‚Deutsche Komitee Pro Palästina’ gegründet, 1926 in Berlin. Gründungsmitglieder waren unter anderem Reichstagspräsident Paul Löbe, der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, Albert Einstein, Thomas Mann, Eduard Bernstein und Leo Baeck.
Im Programm des Komitees hieß es, man werde ‚in der Überzeugung, dass der Aufbau der im Palästinamandat vorgesehenen Heimstätte für das jüdische Volk als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und Gesittung Anspruch auf die deutschen Sympathien und die tätige Anteilnahme der deutschen Juden hat, bemüht sein, die deutsche Öffentlichkeit über das jüdische Kolonisationswerk in Palästina aufzuklären, die Beziehungen zwischen Deutschland und Palästina und die Versöhnung der Völker zu pflegen’.
Leider hat sich die Geschichte völlig anders entwickelt.
In genau einem Jahr wird die Bundesrepublik Deutschland 60 Jahre alt, gegründet auf der Verabschiedung eines Grundgesetzes, das ‚in Verantwortung vor Gott und den Menschen’ gleich im ersten Artikel sein grundlegendes Selbstverständnis formuliert hat: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Aufgabe aller staatlichen Gewalt’.
Zwischen den beiden Staatsgründungen, den Daten und Ereignissen, gibt es einen inneren Zusammenhang. Der israelische Staat ist auf der Asche des Holocaust gegründet, die zweite deutsche Demokratie auf den Trümmern eines totalitären Regimes, das die Würde des Menschen in einer beispiellosen Weise angetastet und in einer monströsen Verbindung von Menschenverachtung und Größenwahn am Ende das eigene Land politisch, ökonomisch und moralisch ruiniert und Millionen Opfer zurückgelassen hat.
Es war ein doppelter Glücksfall, dass mit Konrad Adenauer und David Ben Gurion in beiden Ländern unmittelbar nach der Staatsgründung die jeweiligen ersten Regierungschefs die Einsicht und die Größe zu einem völligen Neuanfang hatten.
Zwischen Adenauer und Ben Gurion ist damals das Vertrauen neu entstanden, das Grundlage einer neuen, immer engeren Zusammenarbeit und schließlich der Freundschaft zwischen unseren Ländern geworden ist.
Das heutige Jubiläum ist deshalb auch und vor allem ein Anlass zur Dankbarkeit; Dankbarkeit für die Arbeit und den Einsatz all der Frauen und Männer in Israel, die neue Brücken gebaut und alte Wege wieder gangbar gemacht haben: Politiker, Wissenschaftler, Unternehmer und Künstler.
60 Jahre Israel ist Anlass zur Freude. Unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen ist in Israel, gestützt auf eine Entscheidung der Vereinten Nationen, nicht nur eine Heimstatt der Juden aus aller Welt entstanden, sondern eine offene, freie Gesellschaft und ein starker demokratischer Staat: Bis heute die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten. Und noch beachtlicher als ihr Entstehen erscheint ihre Stabilität auch unter den existenziellen Herausforderungen aller zurückliegenden Jahrzehnte.
Schließlich sind 60 Jahre Israel Anlass für großen Respekt. Respekt für eine herausragende Leistung des politischen und wirtschaftlichen Aufbaus und einer außerordentlichen sozialen Integration.
Von damals kaum mehr als 600.000 Einwohnern ist Israel in 60 Jahren auf eine Bevölkerung von mehr als sieben Millionen Menschen gewachsen. Jahr für Jahr werden viele Tausende Zuwanderer aus beinahe allen Ländern der Welt integriert. Heute lebt etwa die Hälfte der jüdischen Weltbevölkerung in Israel, einem Staat, an dessen Gründung nur ein Bruchteil der damals über den Globus verstreuten Juden aktiv beteiligt war.
Ungetrübt ist dieses Jubiläum gleichwohl nicht, weder mit Blick auf die innere Verfassung noch die äußeren Bedingungen:

‚Dass wir es nicht geschafft haben, Frieden mit unseren Nachbarn, den Palästinensern, zu schließen’ hat der neue israelische Botschafter in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, vor einigen Tagen in einem Interview als ‚größten Fehler in den 60 Jahren’ bezeichnet (Badisches Tageblatt vom 6. Mai 2008).
Wer jemals das Elend der Palästinenser insbesondere im Gazastreifen gesehen hat, der muss in der Tat auch nach der israelischen Verantwortung für die aktuellen Verhältnisse fragen. Und natürlich ist die Frage erlaubt, ob manche Sicherheitsvorkehrungen – zum Beispiel im Westjordanland mit rund 600 Kontrollposten – nicht eher den Islamismus fördern als die Friedensbereitschaft auf beiden Seiten.
Und diese Debatte findet statt, nicht nur in der internationalen Öffentlichkeit, sondern insbesondere unter den Israelis selbst. ‚Die Neigung der Mehrheit der Israelis, ein Fortdauern des Konflikts als Teil des Alltags zu akzeptieren, ist Beleg dafür, wie weit sie sich vom Idealismus und von den Hoffnungen der ersten Israelis entfernt haben’, schreibt Tom Segev, ein prominenter israelischer Historiker und Publizist in seinem Artikel ‚Heiliges verrücktes Land’ zum Staatsjubiläum (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. Mai 2008).
Der israelische Botschafter in Deutschland hat in seinem bereits zitierten Interview keine Zweifel daran gelassen, dass auch die israelische Politik Veränderungen braucht: ‚Israel kann nicht für alle Zeit als Besatzer wahrgenommen werden. Das verhindert sonst wahren Frieden. Es ist besser für uns und unsere Kinder, nicht dauerhaft Besatzer zu sein (…) Israel wird sich aus dem Westjordanland zurückziehen müssen. Die Regierung hat beschlossen, keine weiteren Sperranlagen an der Grenze zu errichten. Diese haben den Palästinensern schon viel Leid zugefügt. Auch darf Israel keine weiteren Siedlungen in Ostjerusalem bauen. Wichtig ist nur, dass Israels Sicherheit gewährleistet ist’.
Das eine muss in der Tat so klar und eindeutig sein wie das andere: Israel muss mit demselben Recht wie seine Nachbarn in international anerkannten Grenzen leben können, frei von Angst, Terror und Gewalt.
Manches ist verhandelbar, das Existenzrecht Israels nicht.
Ein atomar bewaffneter Staat in seiner Nachbarschaft, geführt von einem offen antisemitisch orientierten Regime, ist nicht nur für Israel unerträglich. Die Weltgemeinschaft darf eine solche Bedrohung nicht dulden.
Deutschland ist nicht irgendein Mitglied dieser Weltgemeinschaft. Wir haben für die Existenz und die Sicherheit Israels eine historisch begründete besondere Verantwortung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dies in ihrer denkwürdigen Rede vor der Knesset vor wenigen Wochen eindrucksvoll unterstrichen.
‚Normal’ sind die Beziehungen zwischen unseren Ländern nie gewesen, "normal" dürfen sie nie werden, sie werden immer ganz besondere sein und bleiben müssen. Im sechzigsten Jahr des Staates Israel – und ein Jahr vor dem 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland – gibt es dafür neben bewährten Strukturen neue Signale.
Zusätzlich wird es in Zukunft regelmäßige, jährliche Regierungskonsultationen geben, die Deutschland bislang nur mit sechs Ländern unterhält, und Israel ab sofort nur mit einem einzigen: Deutschland. Ausgerechnet Deutschland.
In ihrem Beitrag für die Wochenzeitung des Bundestages ‚Das Parlament’, hat die Präsidentin des israelischen Parlaments, der Knesset, Dalia Itzik, unter der mehrdeutigen Überschrift ‚Am Anfang war Wüste’ einen Satz geschrieben, der unauffällig daherkommt, aber nichts weniger ist als spektakulär. ‚Deutschland ist heute der größte Freund Israels in Europa. Es ist neben den USA das einzige Land der Welt, das Israel auf sicherheitspolitischer, militärischer und wirtschaftlicher Ebene hilft.’
Freundschaften kann man sich nicht verdienen. Freundschaften sind ein Geschenk, auf das es keinen Anspruch gibt. Zwischen Deutschland und Israel schon gar nicht.
Dass unsere beiden Länder heute, nach sechzig Jahren, nicht nur durch eine beispiellose Vergangenheit miteinander verbunden sind, sondern auch durch beispielhafte gemeinsame Werte und Orientierungen, dass sie gemeinsame Interessen für eine gemeinsame Zukunft haben, das ist das schönste denkbare Geschenk, das wir uns wechselseitig zum Jubiläum machen können.
Deutschland gratuliert Israel. Dass diese Freundschaft bestehen bleibt, sich weiter festigt und entwickelt, das ist unser aller Wunsch zum 60. Geburtstag.“

In ihrem Schlusswort betonte die katholische Präsidentin des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Dr. Eva Schulz-Jander, die Notwendigkeit, die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel zu hüten und zu pflegen. Freundschaft benötige vor allem Solidarität, Verlässlichkeit und Vertrauen. Freundschaft brauche erzählte Geschichten sowie gemeinsames Tun und gemeinsame Ziele. Genau dies alles wünsche sie den deutsch-israelischen Beziehungen.
Zum Abschluss lud sie im Namen der drei Veranstalter zu einem Empfang ein.

Der Festakt wurde von den Mendelssohn-Players unter der Leitung von Lior Shambadal musikalisch gestaltet. Der offizielle Teil endete mit beiden Nationalhymnen.
Die Veranstaltung wurde von Phoenix live übertragen und von den Fernsehanstalten und Tageszeitungen teilweise ausführlich gewürdigt. Wir danken der Bundesregierung, der Botschaft des Staates Israel und unseren Partnern für ihre Unterstützung.

 


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