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Potsdam war eine Reise wert

Der Veranstaltungsort war gut gewählt, die unterschiedlichen Veranstaltungen im fußläufig erreichbaren Dreieck – IHK, Staatskanzlei, Hotel – gingen zügig, engagiert und harmonisch über die Bühne, Sitzungen und teilweise lange Nachsitzungen waren bereichernd für das mitmenschliche Klima. DIG als eine große Familie!

Prof. Dr. Walter Homolka hatte dieses Mal die Aufgabe übernommen, mit kritischen Nachfragen zum deutsch-israelischen Verhältnis die Delegierten am Vortag kräftig einzustimmen. Seine Kritik fiel hintergründig und eher maßvoll aus, seine Klage über zu wenig Unterstützung seines Abraham-Geiger-Kollegs dafür umso deutlicher. Die am nächsten Tag anwesende Kultusministerin Johanna Wanka hörte den Nachhall. Ihrer Initiative ist es zu danken, dass die Kultusministerkonferenz ab 2009 das Kolleg unterstützen wird.

Wichtiger für die Arbeit der DIG wurde eine ausführliche Aussprache über die Präsidiumsvorlage einer „Potsdamer Erklärung“. Vom NPD-Verbot bis zum Iran-Boykott wurde nichts ausgespart. Die DIG-Delegierten erwiesen sich wieder einmal als engagiert kämpferisch, facettenreich argumentierend und letztlich als kompromissfähig.

Beim Empfang in der Staatskanzlei erfreuten uns der Bevollmächtigte des Landes Brandenburg beim Bund und in Europa, Dr. Gerhard Harms, und Israels Botschafter Yoram Ben-Zeev mit einer erneuten „Charme-Offensive“. Gut, dass auch Brandenburg an die Einrichtung von Israelstudien an einer Hochschule denkt.

In der Hauptversammlung wurden nach Grußworten des Landes, der Stadt, der israelischen Botschaft und der DIG-AG Berlin/Potsdam die anstehenden Wahlen korrekt und zügig abgewickelt. Die mit großer Mehrheit verabschiedete „Potsdamer Erklärung“ zeigt die Sorgen und vielleicht Ängste unserer Mitglieder über politische Fehlentwicklungen in Deutschland und um die Zukunft Israels auf. Die einzelnen Forderungen dieser Erklärung sollten Kompass unserer politischen Arbeit bleiben.

Potsdam war eine Reise wert. Die Beratungen gaben neue Impulse und Motivation. Schade, dass 10 von 52 Arbeitsgemeinschaften nicht vertreten waren.

 

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