"Die verborgene Spur.
Jüdische Wege durch die Moderne"
Zehn Jahre Felix-Nussbaum-Haus:
Jubiläumsausstellung mit hochkarätigen Kunstwerken
Eine Ausstellung zum 10-jährigen Bestehen eines Museums, das sein Erscheinungsbild einem außergewöhnlichen Entwurf verdankt, legt es nahe, die Architektur selbst in das Konzept und die Realisation einzubeziehen. In der Ausstellung „Die verborgene Spur – Jüdische Wege durch die Moderne“ korrespondiert das von Daniel Libeskind entworfene Felix-Nussbaum-Haus auf vielfältige Weise mit den gezeigten Kunstwerken, widmet es sich doch selbst einer verborgenen Spur: dem Leben und Werk Felix Nussbaums, dessen Wegen und Schicksal.
Ziel der Jubiläumsausstellung ist es, die zahlreichen Impulse, die die Kunst der Moderne dem Leben, Denken und Gestalten in jüdischer Tradition verdankt, als einen ebenso facetten- wie ideenreichen Weg nachzuzeichnen. Aus bedeutenden Museen Europas, Israels und der USA wurden mehr als 100 Exponate zusammengetragen, die durch die Kunstmetropolen des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart führen. Max Liebermann, Marc Chagall, Amedeo Modigliani, Mark Rothko, Man Ray, Rebecca Horn, Micha Ullmann und Eva Hesse sind nur einige Namen der in der Ausstellung vertretenen Künstler.
Der Weg durch die Ausstellung beginnt im Kulturgeschichtlichen Museum und führt über das Labyrinth des Felix-Nussbaum-Hauses zum Anfang zurück. Das Verhältnis von Heimat, Erinnerung, Identität und Leben in der Diaspora wird als Spannungsfeld gesehen, das der Entstehung der Werke, die in der Ausstellung gezeigt werden, zugrunde liegt.
Der Besucher wird von der Installation „Galuth“ (Exil), einem kopfüber im Treppenaufgang hängenden Ölbaum, von Dani Karavan empfangen. Seiner Erde entrissen und an einen ihm fremden Ort bewegt, wird er zu einem starken Symbol für die Erfahrung von Entwurzelung als Folge von Diaspora und Exil sowie für den Überlebenswillen in der Fremde. Auch Marc Chagall, der in der Ausstellung mit wichtigen Werken vertreten ist, reflektiert diese Erfahrung: „Als ich 1922 Russland verließ, hatte ich das Gefühl, ein entwurzelter Baum zu sein, der in der Luft hängt.“ Allein die Sicht auf diese beiden Künstler, die zeitlich und stilistisch weit voneinander entfernt sind, zeigt das Verbindende, das für viele Künstler der Präsentation gilt und das sich auf den ersten flüchtigen Blick nicht offenbart.
Bis zum 19. April 2009 kann sich der Besucher im Felix-Nussbaum-Haus auf eine Spurensuche begeben, bei der er überraschende Zusammenhänge und Entwicklungen, aber auch eine Ahnung des unwiederbringlich Zerstörten entdecken kann.
Felix-Nussbaum-Haus
Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück,
Tel. 0541/323-2207,
E-Mail: museum@osnabrueck.de
www.osnabrueck.de/fnh
www.die-verborgene-spur.de
Öffnungszeiten:
dienstags bis freitags 11 bis 18 Uhr,
samstags/sonntags 10 bis 18 Uhr
Peter Junk und Wendelin Zimmer "Ortswechsel – Fluchtpunkte, Felix Nussbaum – Die Biografie", Rasch Verlag, Bramsche, 22,80 Euro.
zum Artikel über die Sammlung Fexix Nussbaum