Warum Ami Tzubery die Zimmerim liebt
Israeltourismus der Deutschen – von der Wirtschaftskrise kaum beeinflusst
Doch, der Papstbesuch hat Einiges bewirkt: so ist ein steigendes Interesse der katholischen Gemeinden an Reisen nach Israel zu verzeichnen. Aber: das kleine Land am Mittelmeer erfreut sich ohnehin großer touristischer Aufmerksamkeit – und das besonders von deutschen Reisenden. Seit nunmehr acht Jahren steigt die Zahl der Deutschen, die in Israel Urlaub machen, kontinuierlich. Allein 2008 legten die Reisen aus Deutschland um 40 Prozent zu: 141.000 hiesige Touristen besuchten Israel. Die Wirtschaftskrise dämpft jedoch auch in diesem Geschäft die Entwicklung 2009 – außer: von deutscher Seite.
Schon aus diesem Grunde freut sich der neue Direktor des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros in Berlin, Ami Tzubery, auf seine Aufgabe. Zwar stehen die Deutschen in der Liste der Länder, die Touristen nach Israel entsenden, nur an fünfter Stelle nach USA, Russland, Frankreich und Großbritannien – aber sie sind ein treues und wenig krisenabhängiges Klientel. „Die Deutschen“ so Ami Tzubery, der sich vor 14 Jahren bereits schon einmal – damals von Frankfurt aus für den deutschen Tourismus in seinem Heimatland engagierte – „sind sehr gebildet und bestens informiert“. Sie, so der Experte, ließen sich, anders als andere Nationen, wenig von den Nachrichten beeinflussen und wüssten sehr genau, was sie erwarte.
Dennoch – und darüber diskutieren wir immer wieder – brauchen Erstreisende nach Israel Beratung und Unterstützung, insbesondere zum Thema Sicherheit und Sicherheitsmaßnahmen. Dass Terror zur weltweiten Bedrohung geworden ist, dass Paris so gefährlich sein kann wie London oder Kairo, ist im heutigen Bewusstsein angekommen. „Wenn man dies jedoch weiß, kann man das solide Sicherheitssystem und die öffentliche Aufmerksamkeit zum Schutz von Bürgern und Reisenden doch nur positiv empfinden“, so Israels Fremdenverkehrsdirektor in Berlin. Seien die Menschen erst einmal dort gewesen, in seinem Heimatland, so träte etwas ein, auf das weltweit jeder Touristiker stolz wäre: Die Zahl der Wiederholungsreisenden nach Israel, jener also, die zwei-, drei-, viermal und öfter nach Israel reisen, liegt bei 40 bis 50 Prozent.
Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die unveränderbare Attraktivität der touristischen Grundthemen Israels: Kultur, Religion, Archäologie und Städtereisen! Kaum eine Stadt erfreut sich eines so anziehenden Images wie die weiße Stadt am Meer, die niemals schläft, die unglaublich jung ist und nun gerade 100 Jahre alt wurde. Mit der Anziehungskraft der Destination Tel Avivs hängt auch das ungleich höhere Aufkommen von Flügen zwischen Deutschland und Ben Gurion zusammen. Als Tzubery 1995 in Deutschland arbeitete, gab es pro Woche 10 Flüge nach Israel, heute sind es 68. Das stimmt den Touristiker positiv, zeigt es doch eine Investitionsbereitschaft, die vom Vertrauen in Israel geprägt ist.
Einer der Urlauber in Israel heißt – manchmal – Ami Tzubery: Was macht ein Israel-Spezialist im Israel-Urlaub? Amy Tzubery, der aus dem Moshav Beit Zayit stammt, liebt die „Zimmerim“. Er und seine Kinder möchten naturnahe Ferien machen. Das letzte Mal waren sie im Mizpe Ramon. Weil auch Natur zu den unveräußerbaren Attraktionen unseres Lieblingslandes gehört.
Von Claudia Korenke