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Deutsch-Israelische Forschungslaboratorien in der Wüste Negev

Seit 2004 arbeiten die Deutsche Telekom Laboratories (T-Laboratories) und die Ben-Gurion Universität in Israel im Bereich „Netzsicherheit“ zusammen.

Als ich gefragt wurde, ob ich in der Wüste Negev an der Ben-Gurion Universität eine Forschungseinrichtung der T-Laboratories aufbauen möchte, gab es für mich und meine Familie keinen Grund zu zögern und nach Israel umzuziehen. Nach sorgfältiger Planung und Vorbereitung konnte das Projekt schließlich starten. Zwischenzeitlich wurde auch das Bürogebäude inklusive Infrastruktur für die DT Laboratories in der Wüstenstadt Beer-Sheva fertig gestellt .

Die Laboratorien an der Ben-Gurion Universität etablierten sich rasch nach ihrer Eröffnung im Februar 2006. Heute arbeiten dort ca. 100 israelische Wissenschaftler und Studenten auf dem Master und Promotionslevel. Inzwischen wird nicht nur auf dem Gebiet Sicherheit von Telekommunikationssystemen und Infrastruktur geforscht und entwickelt, sondern auch im Bereich der Bedienbarkeit für Anwendungen und Endgeräte.

Das Thema Sicherheit spielt jedoch nach wie vor die herausragende Rolle. In dem Maße wie Bedrohungen aus dem Netz zunehmen, wird auch die Sicherheit zu einem kritischen Faktor für die Akzeptanz und Nutzung neuer, aber auch bestehender Dienste und Anwendungen. Deshalb ist ein wichtiges Ziel der Forschung, gefährliche Software wie zum Beispiel Viren, Würmer oder trojanische Pferde bereits im IP-Netz, d.h. vor dem Eindringen in den Rechner des Nutzers, zu erkennen und zu eliminieren. So kann gewährleistet werden, dass Computer und Software keinen Schaden nehmen. Der Fokus liegt hierbei auf der automatischen Erkennung von neuen, unbekannten Viren.

Im Bereich der Anwendung (Usability) wird erforscht, wie eine natürliche und einfache Bedienung von komplexen Telekommunikationsdiensten und Endgeräten ermöglicht werden kann. Neben einer optimierten Anwendung des Angebots verfolgen die Forschungsergebnisse das Ziel, den Einsatz neuer Medien und Endgeräte für die Telekommunikation zu erschließen. Als Beispiel ist hier die personalisierte, elektronische Zeitung News4Me zu nennen. Aus dem Angebot von zahlreichen internationalen Zeitungsanbietern und Nachrichtenagenturen kann der Leser zwischen Nachrichten und Neuigkeiten aus beliebigen Genres wählen. Die selbststeuerbare Personalisierung hilft die Informationsflut nach den eigenen Präferenzen zu strukturieren. Dubletten werden automatisch reduziert und die Artikel auf Wunsch zusammengefasst.

Nach über zwei Jahren Kooperation mit der Ben-Gurion Universität sind die T-Labs@BGU in Israel etabliert und haben bereits einige implementierungsreiche Ergebnisse erstellt. Internationale Projektmanagementerfahrungen und mehrere längere Auslandsaufenthalte kamen mir bei meiner Tätigkeit zugute. Geografisch verteilte Projekte über verschiedene Kulturräume erfordern genaue Absprachen der eingeschlagenen Wege, um sicherzustellen, dass das angesteuerte Ziel erreicht wird. In Israel haben Forscher oftmals Erfahrung in der Industrie gesammelt oder sind als Berater für die Wirtschaft tätig. Dieser Umstand erleichtert es, sich mit einer Universität international ausgerichtete Projekte vorzunehmen. Die Symbiose von Forschungsgeist und operativ geleitetem Handeln ermöglicht die schnelle Entwicklung und Implementierung von spannenden Innovationen.

Von Roman Englert

Der Autor ist habilitierter Informatiker.
und Leitender Mitarbeiter der Deutsche Telekom
Laboratories an der Ben-Gurion Universität
Beer-Sheva/ Israel
Roman.Englert@telekom.de
www.bgu.ac.il/t-laboratories
http://tlabs.bgu.ac.il/RomanHomePage/default.asp

 


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