30 Jahre Partnerschaft zwischen dem Landkreis Lev Hasharon in Israel und der Stadt Witten
Eine Bürgerreise nach Israel im Oktober 2009
Im November wurde die jüngste von mehr als 100 Städtepartnerschaften zwischen dem Landkreis Emmendingen und dem Kreis Drom Hasharon geschlossen, der langjährige Beziehungen vorausgegangen sind.
Die Beziehungen zwischen kommunalen Spitzenverbänden wurden 1967 mit dem Besuch der ersten Delegation der Union of Lokal Authorities beim Deutschen Städtetag begründet. 1975 besiegelten die Städte Andernach und Dimona die erste deutsch-israelische Städtepartnerschaft.
Eine sehr lange partnerschaftliche Beziehung verbindet die Stadt Witten mit dem Landkreis Lev Hasharon. Nun war die 30jährige Partnerschaft Anlass für eine Bürgerreise.
Seit 1966 verbinden freundschaftliche Beziehungen die Wittener Bürger, besonders die jungen Menschen, mit dem Landkreis Lev Hasharon in Israel. Von Anfang an gab es einen Jugendaustausch und 1979 führte dieser nach 13 Jahren zur Städtepartnerschaft. Zunächst mit dem Moshav Ein Wered und später erweitert auf den Landkreis Lev Hasharon. Diese Partnerschaft konnte nunmehr ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Anlass genug, den Freunden in Israel im Lande selbst herzlich die Hände zu schütteln. Hierzu gehörten 19 Wittener Bürger, die sich unter der Trägerschaft der DIG und des Wittener Freundeskreises der Israelfahrer auf die Reise begaben. Zur Gruppe zählten auch der Vorsitzende der Wittener Arbeitsgemeinschaft, Bürgermeister im Ruhestand Klaus Lohmann, und der Vorsitzende des Freundeskreises, Karlheinz Dressel.
In den zurückliegenden 43 Jahren Freundschaft und Partnerschaft gab es 28 Jugendaustausche und ebenso 22 Austausche von Bürgergruppen, darunter sechs Wittener Ratsdelegationen. Die Wittener Israelfreunde können mit Stolz auf dieses Ergebnis partnerschaftlicher Begegnungen zurückblicken Hierzu gehört auch ein Solidaritätsbesuch während des Raketenbeschusses aus dem Irak. Die Partnerschaft lebt von der kontinuierlichen Begegnung junger Menschen im Rahmen des Jugendaustausches und darüber hinaus von den persönlichen Begegnungen der Bürger der Partnerstädte.
Zum 30jährigen Jubiläum erschien von Karlheinz Dressel eine Dokumentation der Partnerschaft von den Anfängen bis zur Gegenwart. In Text und Bildern berichtet er von der anfänglich ablehnenden Haltung der Moshavbewohner, vom Wachsen der persönlichen Freundschaften bis zum Durchbruch der Partnerschaft.
Die Festveranstaltung fand im großen Saal der Gesamtschule des Partnerkreises Lev Hasharon statt. Es waren über 400 israelische Freunde aus den einzelnen Moshavim zugegen. Zum Gelingen des Abends trugen der Auftritt des Chores der Partnerregion, einer Tanzgruppe und einer Jugendband bei. Und nicht zuletzt trat eine Formation von 50 Sängern des Wittener „Jungen Chor Kinereth“ auf. Die Wittener Chormitglieder waren übrigens bereits vor 30 Jahren mit ihren Liedern bei der Beurkundung der Partnerschaft in Israel dabei. Der Landrat des Kreises Lev Haharon, Amir Ritov, eröffnete die Rednerliste, ihm schlossen sich Klaus Lohmann, der Vertreter der deutschen Botschaft in Israel Dr. Ingo Niemann und Karlheinz Dressel an.
Die Wittener Gruppe hatte darüber hinaus Gelegenheit, den Norden und Süden Israels kennen zu lernen. Die Fahrt nach Caesarea, Haifa, Akko, zum See Genezareth und zu den umstrittenen Golanhöhen gehörte ebenso dazu wie die in die Metropole Tel Aviv und das historische Jaffa. Jerusalem, die Qumran Höhlen, die Oase Ein Gedi, das Tote Meer und die Wüstenfestung Massada waren das Ziel einer zweitägigen Rundreise in den Süden. In Jerusalem besuchte die Gruppe Yad Vashem, die Gedenkstätte des Holocaust. Der dreistündige Rundgang unter fachlicher Begleitung ließ bei der Gruppe tiefe Betroffenheit zurück, aber auch Begeisterung für den Aufbau der Ausstellung. Besonders beeindruckend war das „Denkmal für die Kinder“, ein Raum zum Gedenken an die annähernd 1,5 Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Kinder. Den Abschluss des Besuches in Yad Vashem bildete ein Gang durch das „Tal der Gemeinden“, in dem auch die ehemalige Wittener jüdische Gemeinde dokumentiert ist.
Die freundschaftlichen, gewachsenen Verbindungen zu einzelnen Familien ließen es zu, dass die Unterbringung in Gastfamilien erfolgen konnte. Die hierdurch erlebte Nähe zum alltäglichen Leben führte zu bleibenden Erlebnissen, die sich deutlich von einer touristischen Reise unterscheiden. Die Teilnehmer, die Israel erstmalig kennen lernten, trafen eine überzeugende Aussage: „Wir kommen wieder!“.
Kh. Dressel