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DER SCHRECKEN ZIEHT EINE BREITE SPUR
Nachrichten aus der Welt des Islam

Wir dürfen nicht abwiegeln oder um den heißen Brei herumreden. Der Islamismus und seine menschenverachtende Ideologie stellen eine Gefahr für die Welt dar, gerade auch für die Welt der Muslime. Um diese Beobachtung zu untermauern, habe ich nichts anderes getan, als zwischen Weihnachten 2009 und Ostern 2010 Nachrichten aus der islamischen Welt so nüchtern wie möglich zu sammeln. Das Ergebnis dieser Beobachtungen bleibt erschreckend, auch wenn man über Details der einen oder anderen Nachricht füglich streiten kann. Ich will dieses Ergebnis in leicht zusammengefasster Form und einer alphabetischen Ordnung wiedergeben.

AFGHANISTAN

Über die Auseinandersetzungen zwischen den Taliban und der westlich – afghanischen Militärallianz habe ich keine Meldungen gesammelt. Diese Auseinandersetzung wird uns allen so präsent sein, dass es einer zusätzlichen Materialsammlung nicht bedarf.
Aber die Selbstmordanschläge der Taliban – Terroristen, in deutschen Medien mit konstanter Dummheit immer noch als „Kämpfer“ bezeichnet, zielen auch auf die eigenen Landsleute. Auf diese Weise sterben in Kandahar in der Weihnachtszeit mindestens acht Zivilisten. Und nur wenige Tage später köpfen die Taliban sechs Männer, nur weil diese für die legitime Regierung Karsai gearbeitet hatten.
Im Januar tötet ein Selbstmordattentäter in Gardes zehn afghanische Bürger, darunter 4 Kinder. Sein (verfehltes) Ziel war ein Militärkommandeur der afghanischen Streitkräfte. Ein anderer Dschihadist reißt auf einem belebten Markt in Zentral – Afghanistan mindestens 20 Menschen mit in den Tod, darunter vier Kinder. Übrigens. Im März wird bekannt: 2009 sind in diesem geschundenen Land mehr als 2.400 Zivilpersonen durch Attentate getötet worden.

AFRIKA

Die muslimische Welt in Afrika wird immer radikaler, dort, wo der Islam seit Jahrhunderten eine moderate und auch liberale Religion gewesen ist. Finanzielle Unterstützung erhalten die Islamisten insbesondere von den Wahabiten aus Saudi – Arabien, die ja auch radikale Imame und ihre „Koranschulen“ in Pakistan und anderen Ländern mit Geldmitteln versehen.
Somalia, Sudan, Eritrea und immer mehr auch die Sahelzone werden dabei Brennpunkte des mörderischen Geschehens.

ÄGYPTEN

Nach einer Mitternachtsmesse tötet ein islamistisches Kommando im Januar sieben Kopten vor den Türen ihrer Kirche aus einem fahrenden Auto heraus. Das ist der vorläufig letzte von zahlreichen derartigen Angriffen auf die christliche Minderheit.

AL QAIDA

Ein Terrorist versucht im Dezember ein Selbstmordattentat auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit. Es ist der Wachsamkeit der Besatzung und einiger Passagiere zu danken, dass der dieses mörderische Unterfangen nicht durchführen kann.
Dieser Terrorist ist Umar Faruk Abdulmutallab aus Nigeria. Sein Vater, der die Behörden vergeblich vor den Verirrungen seines Sohnes gewarnt hatte, ist einer der reichsten Männer des Landes. Er war Chairman der beiden größten Banken Nigerias und auch Minister. Und von 2005 bis 2008 hatte der Terrorist die Luxuswohnung seines Vaters in London bewohnt. Wieder einmal zeigt sich, dass der immer wieder behauptete Zusammenhang zwischen sozialer Perspektivlosigkeit und Gewaltbereitschaft keiner ernsthaften Prüfung standhält. Das war auch schon bei dem Anschlag vom 9. September zu beobachten gewesen. Und trotzdem wird der gleiche Unsinn von bequemen westlichen Medienvertretern immer wieder breitgetreten.
Im Januar wird dann bekannt, dass dieser Attentäter engen Kontakt mit zwei aus Guantánamo 2007 entlassenen Gefangenen gehabt hat. Das bringt die neue Guantánamo – Strategie von Präsident Obama in Schwierigkeiten.
Im Februar hat sich Najibullah Zazi, ein afghanischer Immigrant, in einer Terroranklage vor einem New Yorker Gericht schuldig bekannt. Er sagte, das sei ein Anschlagsplan der Al Qaida gewesen. Es sollte möglichst am 11.9.2009 eine Bombe in einer New Yorker U-Bahn zur Explosion gebracht werden.

DÄNEMARK

Ein somalischer Attentäter versucht, Kurt Westergaard, einen der „Mohammed – Karikaturisten“, zu ermorden. Der Anschlag wird durch die Polizei vereitelt. Der Somalier stand im Kontakt mit ostafrikanischen Vertretern von Al Qaida und der somalischen Terror-Organisation al-Shabab. Es scheint sich um einen Einzeltäter zu handeln. Der attackierte Karikaturist aber, der muss an einen geheimen Aufenthaltsort gebracht werden.

DEUTSCHLAND

Während der Weihnachtspause erklärt die Bundesregierung, dass sie die Abschiebung abgelehnter Asylanten aus Syrien gestoppt habe. Der Grund: Ihnen droht im Heimatland Willkür.
Im Januar wird dann in Hagen ein Syrer zu vierzehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er an der Ermordung seiner Kusine beteiligt war. Dieser „Ehrenmord“ kam zustande, weil das Opfer ohne Genehmigung der Familie mit einem Mann zusammen gelebt und sich vor den Drohungen der Familie in ein Frauenhaus geflüchtet hatte. Wenig später beginnt der Prozess gegen die terroristische „Sauerlandgruppe“.

INDIEN

Eine Terrorwarnung für alle Flughäfen wird im Januar ausgesprochen. Es ist eine Flugzeugentführung durch islamische Extremisten geplant gewesen. Damit sollen Spannungen zwischen Indien und Pakistan erzeugt werden.
Bei einem Bombenanschlag auf die „German Bakery“ in Pune kommen im Februar neun Menschen zu Tode. Hinter diesem Anschlag steht höchstwahrscheinlich die aus Pakistan operierende Terrorgruppe Lashkar-i-Taiba.

INDONESIEN

Einer der mutmaßlichen Drahtzieher des Attentats auf Bali im Jahre 2002, der 40-jährige Dulmatin, ist bei einer Razzia in Jakarta getötet worden. Dazu wurden seine zwei Leibwächter erschossen. Seit 2002 sind 440 Verdächtige festgenommen oder getötet worden. 250 Verdächtige wurden vor Gericht gestellt, die Mehrzahl wurde schuldig gesprochen und drei Verurteilte sind hingerichtet worden.

IRAK

Im Zusammenhang mit hohen religiösen Feiertagen der Schiiten kommt es wiederholt zu Selbstmord- und anderen Attentaten der Sunniten. Zunächst werden um Weihnachten herum vier durch eine Bombe getötet. Im Januar explodieren zeitgleich bei und in drei Hotels in Baghdad Bomben. Dieser Anschlag fordert 36 Menschenleben. Im Februar reißt eine sunnitische Selbstmordattentäterin 41 schiitische Pilger, darunter Frauen und Kinder in den Tod. Sie hatten Rast auf einer Pilgerfahrt gemacht.
Dann kommt es im Vorfeld der Parlamentswahlen wieder zu Mordanschlägen. Allein bei drei Attentaten in der Stadt Bakuba sterben mindestens 33 Menschen. Die Wahlen selbst finden am 7. März statt. Trotz massiver Drohungen kommt es zu einer sehr respektablen Wahlbeteiligung von 60%. Beinahe am Rande sei vermerkt, dass das Wahlergebnis nicht akzeptiert wird, zunächst von Oppositionsführer Allawi, dann vom amtierenden Premier Maliki. Ein deutscher Kommentator bemerkt: „Die Demokratie im Irak leidet weit weniger unter den Irakern als unter ihren lausigen Repräsentanten. Recht hat er.

IRAN

In Teheran und anderen Orten kommt es zunächst am Tag des Aschura – Festes im Dezember zu machtvollen Protestdemonstrationen gegen die Regierung. Die Bilder jener Tage bleiben in lebendiger Erinnerung. In Teheran eröffnet die Polizei das Feuer und tötet mindestens fünfzehn Menschen. Anschließend werden mehrere namhafte Oppositionelle verhaftet.
Nur wenige Tage später ist der Neffe des Oppositionsführers Mussawi offenbar gezielt ermordet worden. Mehr als makaber: Seine und andere Leichen werden nicht freigegeben. Das geschieht mit der fadenscheinigen Begründung, es müsse zunächst das Ergebnis der Obduktion abgewartet werden. Auf diese Weise wird eine Beerdigung nach den Regeln des Islam unmöglich, an sich ein schweres Vergehen gegen den Koran. Offenbar haben die Machthaber neue Unruhen befürchtet. Die Repression aber geht weiter:
Im Januar appellieren 88 Professoren der Teheraner Universität an Ayatollah Khamenei, die Gewalt gegen Demonstranten zu beenden. Sie riskieren ihre Stellung. Bei der Beerdigung des Atomwissenschaftlers Massud Ali Mohammadi kommt es zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und Sicherheitskräften. Massud war ein offener Anhänger der Opposition und von unbekannten Tätern vor seinem Haus mit einem ferngezündeten Sprengsatz getötet worden. Und ein Besuch des Europäischen Parlaments wird durch die Parlamentarier abgesagt, nachdem die iranische Seite jedweden Kontakt zu unabhängigen und oppositionellen Mitgliedern des Parlaments blockiert hatte.
Im Februar führen die Iraner auf der Münchner Sicherheitskonferenz zunächst die gesamte internationale Gemeinschaft an der Nase herum. Dann teilen sie der IAEA in Wien mit, jetzt Uran auf 20% „für medizinische und Forschungszwecke“ anreichern zu wollen. Unmittelbar nach dieser Mitteilung meldet Präsident Ahmadinedschad voller Stolz, mit dieser Anreicherung habe man bereits begonnen. Zum 31. Jahrestag der „Islamischen Revolution“ gibt es neben gesteuerten Massendemonstrationen auch Zusammenstöße zwischen Oppositionellen und den „Ordnungskräften“. Trotz totaler Nachrichtensperre gibt es Berichte über Schüsse und Schwaden von Tränengas.
Im März wird der vielfach preisgekrönte Filmemacher Jafa Panahi während der Dreharbeiten zu seinem neuesten Werk verhaftet. Jafa Panahi steht offen auf der Seite der Opposition. Er konnte schon nicht zur Berlinale anreisen; die meisten seiner Filme dürfen im Iran nicht gezeigt werden. Das Todesurteil gegen den 20-jährigen Studenten Mohammad-Amin Walin wird aufrechterhalten. Er war bei den Protesten im Dezember festgenommen worden. Ihm werden „Kriegsführung gegen Gott“ (was immer das auch sein mag) und „Widerstand gegen die Staatssicherheit“ vorgeworfen. Seit Dezember sind übrigens mindestens zwei Demonstranten hingerichtet worden. Ein Enkel des früheren Präsidenten Rafsandschani wird bei der Einreise aus London auf dem Flughafen festgenommen. Dem früheren Präsidenten und Spitzenpolitiker Chatami wird die Ausreise verweigert.
Und Präsident Ahmadinedschad behauptet allen Ernstes und öffentlich, der 9. September sei eine von den US-Geheimdiensten inszenierte Angelegenheit gewesen.

IRLAND

Die irische Polizei hat im März vier Männer und eine Frau verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, einen Mordanschlag gegen den schwedischen Mohammed – Karikaturisten Lars Vilks geplant zu haben.

JEMEN

Von einer im Sommer 2009 verschleppten fünfköpfigen Familie aus Sachsen taucht kurz vor dem Jahreswechsel ein Video auf. Das ist allerdings bereits einige Monate alt. Etwas später erklärt dann ein Regierungssprecher, dass die Geiseln noch leben und man mit ihnen in Verhandlungen stehe.
Zeitgleich aber wird bekannt, dass der Jemen ein neuer Brennpunkt im Terrornetzwerk von Al Qaida ist. Die jemenitische Flugwaffe hat ein Haus bombardiert, in dem sich nach Aussagen der Regierung führende Vertreter der lokalen Al Qaida getroffen haben. Es hat mindestens 30 Tote gegeben. Im Januar erklären die USA und Großbritannien, die im Übrigen völlig korrupte Regierung in Sanaa beim Anti-Terrorkampf unterstützen zu wollen. Blutige Auseinandersetzungen mit vielen Opfern gibt es vor allem im Norden des Landes an der Grenze zu Saudi-Arabien. Dann öffnen auch die Vereinigten Staaten ihre Botschaft wieder, die sie aus Angst vor Terroranschlägen geschlossen hatten. Alle westlichen Botschaften aber, auch die deutsche, arbeiten nur mit Notmannschaften.
Eine Gruppe von islamischen 150 Geistlichen ruft für den Fall eines Einsatzes ausländischer Truppen im Jemen zum Dschihad auf. Dazu kommt es aber nicht, denn im März erklärt Präsident Saleh den Krieg gegen die schiitischen Rebellen für beendet. Ob das so ist, bleibt abzuwarten, denn Belege legt er keine vor.

JORDANIEN

Auf Israels Botschafter und seinen Autokonvoi wird in Amman ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Niemand wird verletzt.
Im Februar werden mehrere Dutzend Islamisten mit angeblichen Terrorverbindungen festgenommen.

LIBYEN

Im Februar rastet Ghaddafi einmal wieder aus. Er ruft zum „Heiligen Krieg“ und zum Wirtschaftsboykott gegen die Schweiz auf, weil dort eine Mehrheit sich in einer Volksabstimmung gegen den Bau von Minaretten ausgesprochen hatte. Es gibt aber noch einen weiteren Hintergrund: 2008 war ein Sohn Ghaddafis kurzzeitig in Genf verhaftet worden. Als Repressalien haben die Libyer zwei Schweizer Geschäftsleute in Gewahrsam genommen (man erinnere sich an die rumänischen Krankenschwestern!). Im vergangenen Herbst hatte Gaddafi deshalb vor der UNO-Vollversammlung kurzerhand die Auflösung der Schweiz verlangt. Die Schweizer reagieren gelassen, die Regierung überhaupt nicht. Die Reaktion der EU aber ist beschämend. Deren „Außenbeauftragte“ Ashton bedauert lediglich „den unglücklichen Zeitpunkt“ der Äußerungen. Was denn würde ein glücklicher Zeitpunkt gewesen sein?
Anfang März verhängt Libyen ein vollständiges Wirtschafts- und Handelsembargo gegen die Schweiz.

MALAYSIA

Dürfen Nicht-Muslime das Wort „Allah“ in den Mund nehmen? Darüber bricht ein ebenso skurriler wie bezeichnender Streit aus. Ein Gericht hatte ja gesagt. Das hat zu Spannungen mit den Muslimen geführt. Dann, im Januar, ist dieser Spruch des Gerichts auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden. Das aber führt keineswegs zur Ruhe: Insgesamt werden 9 christliche Kirchen durch Brandstifter angegriffen.

NIGERIA

Zum dritten Mal innerhalb eines Jahrzehnts kommt es in Jos in Zentralnigeria zu schlimmen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen. Sie fordern mehr als 400 Tote. Der Polizeichef der Stadt erklärt: Eine Attacke muslimischer Jugendlicher auf christliche Gläubige hat alles ins Rollen gebracht. Nur wenige Wochen später ereignen sich neue Massaker, bei denen erneut 120 Christen ermordet werden. Mutmaßliche Mörder sind die islamistischen „Fulani“. Der Anführer einer dieser Banden mit dem Namen „Boko Haran“ erklärt die Erziehung zur Sünde, da ja doch alles Wissen und alle Weisheit bereits im Koran enthalten sei.
Der Libyer Ghaddafi aber fordert die Teilung Nigerias, um solche Zwischenfälle zu vermeiden. Die nigerianische Regierung antwortet ebenso knapp wie zutreffend: „Großspuriges Gehabe“.

PAKISTAN

Dieses Land, immerhin eine Atommacht, sieht sich einer kaum noch kontrollierten Zuspitzung gegenüber.
Im Dezember tötet ein Selbstmordattentäter fünf Schiiten, die sich in Muzzaffarabad, der Hauptstadt von Pakistan – Kaschmir, getroffen hatten. Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Prozession in Karachi kommen mindestens dreißig Menschen ums Leben. Besonders widerlich dann ein weiteres Attentat, bei dem mindestens 95 Menschen, darunter viele Kinder, ermordet werden. Sie hatten nichts anderes getan, als bei einem Volleyballspiel zuzusehen.
In Karachi nehmen die pakistanischen Geheimdienste im Februar in Zusammenarbeit mit ihren amerikanischen Kollegen den zweiten Mann der aus Pakistan heraus operierenden Taliban fest. Das ist wenigstens ein kleiner Erfolg. Das Morden aber geht weiter.
Zunächst fordert ein Anschlag auf ein Büro der Terrorfahnder elf Todesopfer. Dann werden im Nordwesten des Landes sechs einheimische Mitarbeiter des christlichen Hilfswerks World Vision getötet. World Vision stellt daraufhin alle Hilfsaktionen ein.
Im März wird publik, dass sich eine islamistische Studentengruppe (IJT) in den Universitäten als selbsternannte Moralpolizei betätigt. Sie wollen eine radikale Trennung der Geschlechter. In Peschawar haben sie einen Studenten totgeprügelt, weil der auf seinem Zimmer Musik hörte. In Lahore haben sie einen Kommilitonen vor der Uni-Bibliothek zusammengeschlagen, weil der seine Schwester auf dem Rücksitz seines Motorrades mitgenommen hatte. Die Regierung reagiert völlig hilflos, wie so häufig.

RUSSLAND – NORDKAUKASUS

Deutlich zunehmende Spannungen im Februar werden in Dagestan beobachtet, wo Stammesfehden und ein wachsender islamischer Fundamentalismus zusammenfallen. Es gibt durchaus eine lockere Analogie zu Afghanistan:
Und dann kommt es zu den fürchterlichen Anschlägen in der Moskauer U – Bahn mit 35 Opfern. Die Motive der beiden Selbstmordattentäterinnen sind nicht ganz klar. Ohne ein islamistisches Umfeld im Nordkaukasus lässt sich diese Untat kaum erklären. Der tschetschenische Terroristenboss Umarow jedenfalls veröffentlicht ein Video, in dem er die Untat für seine Gruppe reklamiert. Ein weiteres Doppelattentat im dagestanischen Kisliar fordert noch einmal mindestens zwölf Opfer.

SAUDI – ARABIEN

Es werden mehr als 100 Terrorismus – Verdächtige (darunter auch eine Frau) verhaftet; einige werden dabei erschossen. Es handelt sich ausnahmslos um Leute mittleren Alters und in gehobenen Positionen, die sich um die Finanzierung von Al Qaida kümmerten und ihre Spezialkenntnisse zur Verfügung stellten.

SOMALIA

Die Vereinten Nationen müssen im Januar ihre Nahrungsmittelhilfe wegen völliger Rechtlosigkeit und wachsender Unsicherheit im Lande einstellen. Eine Million Hungernde sind von dieser Maßnahme betroffen. Bereits vorher aber war das Welternährungsprogramm der UNO in Verruf gekommen. Bis zu 50% der Hilfe sollen durch korrupte Mittelsmänner abgezweigt worden sein.
Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden „Rebellengruppen“ sterben Hunderte. Eine dieser Banden mit dem Namen Al – Shabab kooperiert mehr oder weniger offen mit Al Qaida und hat Terroristen aus mehreren islamischen Ländern in ihren Reihen. Im Februar erklärt diese Gruppe: „Die Soldaten Allahs stehen nunmehr bereit, zum Angriff anzutreten“.
Bei einer Gesamtbevölkerung von rund acht Millionen Menschen gibt es mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge. Mehrere Minister sind bereits ermordet worden. Und der „Präsident“ Ahmed hat sich in einem Palast verschanzt, der durch OAU – Friedenstruppen aus Uganda und Burundi bewacht wird.

Übrigens: Meldungen über somalische Piraten und ihre Untaten habe ich nicht gesammelt. Hier handelt es sich um ganz normale, beinahe schon alltägliche Kriminalität, die der ideologischen oder pseudo – religiösen Überhöhung nicht bedarf.

SUDAN

Im Januar stellt die regierende Partei SPLM Omar al-Bashir als Kandidaten für die nächsten Präsidentschaftswahlen auf.
Dieser Mann ist die Nummer Eins auf der Liste des Internationalen Strafgerichtshofs. Er ist verantwortlich für den Dschihad im Süden, dem mehr als eine halbe Million Menschen zum Opfer gefallen sind. Außerdem war er eine treibende Kraft im Darfur – Konflikt, der noch einmal 300.000 Opfer gekostet hat.
Nicht weiter verwunderlich, dass er am 11. April die Wahlen gewonnen haben wird, wenn auch die Auszählung noch läuft.

TÜRKEI

Bei einem Großeinsatz gegen mutmaßliche Mitglieder von Al Qaida sind im Januar 120 Verdächtige festgenommen worden. In sechzehn Provinzen sind Waffen und Dokumente gefunden worden.

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE

Ein Halbbruder des Präsidenten hatte dort im Jahre 2004 einen Geschäftspartner gefoltert und darüber einen Film fertigen lassen, der an den amerikanischen Fernsehsender ABC gelangt ist. Es kommt zu einem Gerichtsverfahren in Abu Dhabi: Der Täter wird freigesprochen. Er sei von anderen Beteiligten mit Medikamenten manipuliert worden. Das Opfer? Nun - es verzeiht dem Täter und verzichtet auf Entschädigung.

ZWEI LICHTBLICKE

Ja, auch über sie haben die Medien berichtet.
In London hat sich ein pakistanischer Kleriker in einer „Fatwah“ gegen Selbstmordattentate ausgesprochen, die nach seiner Überzeugung keine Form des „Dschihad“ seien und den Grundsätzen des Islam zuwiderliefen.
Und bei einem Dichter – Wettstreit in Abu Dhabi hat die saudische Journalistin, übrigens voll verschleiert, einen Maulkorb für radikale Islamprediger gefordert. Die ersten Morddrohungen ließen nicht lange auf sich warten. Sie hat sich nicht abschrecken lassen und ihre Forderung wiederholt.

-.-

Nachrichten aus der Welt des Islam also, gesammelt über den kurzen Zeitraum von Weihnachten bis Ostern. Peter Scholl – Latour hat einmal gesagt: „Die Ränder des Islam sind blutig“. Nein – es geht längst nicht mehr nur um die Ränder! Da muss schon die Frage erlaubt sein: Wie lange soll, wie lange darf das noch weitergehen? Im Klartext wiederholt: Dieser mörderische Islamismus ist eine Geißel der Menschheit, auch ihres islamischen Teils. Darüber sollte bei uns niemand hinwegsehen. Wenigstens das sind wir den Opfern, aber auch den Mutigen schuldig.

Manfred Lahnstein, im April 2010

 

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