Endlich Yitzhak-Rabin-Straße in Berlin
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Am 29. April wurde im Beisein des israelischen Staatspräsidenten
Moshe Katzav, Israels Botschafter Shimon Stein, des Regierenden Bürgermeisters,
Klaus Wowereit, und des Vorsitzenden der DIG Berlin, Jochen Feilcke, eine Straße
nach dem 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträger
Yitzhak Rabin benannt. Dabei wurde der nördliche Teil der ehemaligen „Entlastungsstraße“
zwischen der Rückseite des sowjetischen Ehrenmals und dem Bundeskanzleramt umbenannt. In
wenigen Wochen soll – so ein weiterer Beschluss des Bezirksamts Mitte – der südliche Teil
der Straße nach Israels Staatsgründer David Ben-Gurion benannt werden.
Mit der Straßenbenennung wurde einem langjährigen Anliegen der DIG Berlin und der Berliner
Bürgerschaft statt gegeben, so Joachim Zeller, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, bei
der kleinen Zeremonie am 29. April. „Dass an diesem geschichtsträchtigen Ort in der Hauptstadt
unweit des Ortes, wo das Denkmal für die ermordeten Juden Europas entsteht, eine Straße nach
dem Brückenbauer zwischen verfeindeten Volksgruppen, einem Mann, der unermüdlich für den
Frieden eintrat und dafür mit dem Leben bezahlte, benannt wird, ist eine Würdigung des
Staatsmannes Yitzhak Rabin und ein Ausdruck für die besonderen deutsch-israelischen Beziehungen“, so Joachim Zeller.
Israels Staatspräsident Moshe Katzav dankte den Berlinern für ihre Entscheidung, eine Straße
nach Rabin, einem „Kämpfer für den Frieden“, zu benennen. Seine Biographie könne „als
Beispiel für die Menschheit dienen und als Lehre für alle, die den Frieden lieben“,
so Katzav. Anlässlich der Straßenbenennung hielten sich auch der Bürgermeister und ein
weiterer Vertreter aus Holon, der Partnerstadt von Berlin-Mitte in Berlin auf.
„Städtepartnerschaften“, so Bezirksbürgermeister Zeller, „leben gerade vom
gegenseitigen Teilhaben an der kommunalen Entwicklung des anderen, vom
kulturellen Austausch und auch – wie in diesem Fall – der Manifestation
von Namen der Menschen, die sich besonders für ein friedliches Miteinander
eingesetzt haben“.
Ein Schüler der Jüdischen Oberschule erinnerte mit bewegenden Worten an den
großen Staatsmann Yitzhak Rabin, der den Frieden mit den Palästinensern am Ende
seines Lebens zum wichtigsten Ziel seiner Politik gemacht hatte und dafür mit
dem Leben bezahlen musste. Besonders beeindruckend der Chor der Jüdischen Oberschule
in Berlin-Mitte, der mit dem „Shir-la-Shalom“ das Lied vortrug, das Yitzhak Rabin
zusammen mit ca. 100.000 Teilnehmern bei der Friedenskundgebung am 4. November 1995
in Tel Aviv gesungen hatte. Nach seiner Ermordung fand man den blutverschmierten Text
in seiner Jackentasche – für viele gilt es deshalb heute als „politisches Vermächtnis“ von Rabin.
Meggie Jahn
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