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Verbindungen für die Zukunft

Der deutsch-israelische Jugendaustausch hat Erfolgsgeschichte geschrieben: Seit den 60er Jahren sind die Zahlen der Jugendlichen, die sich am Austausch beteiligen, stetig gestiegen. Begleitet von dem Gemischten Fachausschuss für den deutsch-israelischen Jugendaustausch nahmen in den letzten Jahrzehnten bis zu 6000 Jugendliche beider Länder pro Jahr an außerschulischen Begegnungsprogrammen teil, die mit jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro durch das Bundesjugendministerium gefördert werden. Zählt man die zahlreichen jungen deutschen Freiwilligen in Israel sowie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Schüleraustausch hinzu, kommt man auf 10.000 beteiligte Jugendliche pro Jahr und auf bis zu 500.000 Jugendliche über die vergangenen Jahrzehnte hinweg.

Das politische Rahmengeschehen und die vielfach schwer einschätzbare Sicherheitslage in Nahost hat den Jugendaustausch zwar schon immer mit bestimmt, die so genannte zweite Intifada seit 2000 brachte aber erstmals eine über einige Jahre dauernde Durststrecke. Doch die Zeit des Abwartens scheint vorbei: Durch die entschlossenen Planungen aktiver Partnerorganisationen fanden 2003 von insgesamt 120 aus Bundesmitteln geförderten Maßnahmen bereits 40 Begegnungen wieder in Israel statt. Für 2005 liegen 190 Anträge für deutsch-israelische Jugend- und Fachkräfteprogramme in Deutschland und Israel vor.

Deutsche und israelische junge Menschen treffen sich heute vielfach unbefangen. Unmittelbare Anknüpfungspunkte sind gleiche Ausschnitte alltäglicher, westlicher Lebenswelten - dieselbe Musik, ‚coole Klamotten', gleiche Medieninteressen. Die Geschichte scheint dabei zunächst in den Hintergrund zu treten. Sie wird aber gegenwärtig, wenn die Jugendlichen zufällig oder gewollt auf ihre Spuren treffen und bedarf dann der intensiven gemeinsamen Bearbeitung. Für den Gesamtrahmen der Begegnungen steht das beiderseits geteilte Tun und Erleben der Gegenwart im Zentrum - ob beim gemeinsamen Sportturnier, der gemeinsamen Konstruktion eines Brunnens, der Diskussion interreligiöser Fragestellungen oder der Begegnung von Jugend-Musikbands.

Der deutsch-israelische Jugendaustausch ist und bleibt gleichsam eine Projektionsfläche für die Bearbeitung der schwierigen deutsch-jüdischen Geschichte und ein Erwartungsträger für die zukünftige Entwicklung der Beziehungen beider Länder. Hierin im Zuge aktueller Fragestellungen für die nachwachsenden Generationen bedeutungsvolle und bereichernde Verbindungen zu knüpfen und beidseitig Neues zu entwickeln, bleibt die Herausforderung für die Zukunft.

Christine Mähler
ist Leiterin von ConAct - Gemeinsam Handeln, dem Koordinierungszentrum Deutsch- Israelischer Jugendaustausch in der Lutherstadt Wittenberg. ConAct arbeitet mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mehr Informationen unter www.conact-org.de

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