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WOCHE DER ENTSCHEIDUNG?
- Zur Lage im Nahen Osten -

Die Furie des Krieges wütet seit beinahe vier Wochen in Israel und im Libanon. Lassen wir keine Zweifel daran: Jedes Opfer ist ein Opfer zu viel, ob in Haifa oder in Beirut. Jedes zerstörte Haus ist eins zu viel, ob in Sidon oder in Naharya. Unser aufrichtiges Mitgefühl muss bei allen Betroffenen sein, unser Wille zum Frieden unmissverständlich. Aber dennoch dürfen wir unseren Verstand nicht außer Kraft setzen, weil es ohne Vernunft keinen Frieden geben kann. Und deshalb müssen wir immer wieder an grundlegende Fakten erinnern, auch wenn viele sie nicht hören wollen oder verdrängen:
- Die terroristische Hisbollah hat Israel angegriffen, nicht Israel den Libanon
- Das erklärte Ziel der Hisbollah und ihrer internationalen Hintermänner ist es,
   Israel zu zerstören. Israels Ziel ist es nicht, den Libanon zu
   zerstören, sondern die Hisbollah in ihrem Vernichtungswillen
   ein für allemal zu bremsen
- Israel will in Sicherheit und Frieden leben, mehr nicht. Das will auch die übergroße
   Mehrheit der Menschen im Libanon. Deshalb muss dort die volle
   Souveränität des Staates wieder hergestellt werden.
   Davon kann derzeit keine Rede sein
- So lange die Völkergemeinschaft im Libanon nicht wirkungsvoll eingreift, muss Israel sich wehren

Lassen wir uns nicht irre machen durch eine Berichterstattung, der an Sensationen und am "Krieg der Bilder" mehr gelegen ist als an einer nüchternen Information. Fragen wir besserwisserische Kritiker doch auch einmal, was Israel denn hätte tun sollen - etwa untätig zusehen, wie über Syrien die Hisbollah mit immer moderneren Waffen ausgerüstet wird, die dann zu einer tödlichen Bedrohung des eigenen Landes und seiner Menschen würden?

Andererseits weiß Israel, dass es nicht allein für dauerhafte Stabilität und Frieden an seiner Nordgrenze sorgen kann. Deshalb muss die Völkergemeinschaft eingreifen, und zwar jetzt! Was aus meiner Sicht nötig ist:
- Eine vollständige Waffenruhe. Sie hilft allerdings nur, wenn die permanente
   Aufrüstung der Hisbollah sofort und auf Dauer gestoppt wird. Sonst ist morgen
   nur noch alles viel schlimmer als heute
- Freilassung der entführten Soldaten
- Eine UNO - Truppe, die das Einhalten der Bestimmungen für diese Waffenruhe überwacht
- Durchsetzung der sich auf den Libanon beziehenden UN - Resolutionen. Die wollen, dass
   die rechtmäßige und demokratisch gewählte Regierung in Beirut die
   uneingeschränkte Autorität auf dem gesamten Staatsgebiet ausüben
   kann und die Hisbollah entwaffnet wird und bleibt. Eine UNO-Truppe mit
   "robustem" Mandat muss der libanesischen Regierung dabei helfen
- Ein großzügiges Programm der humanitären und Wiederaufbauhilfe
- Friedensverhandlungen zwischen Israel und dem Libanon, gegebenenfalls auch unter
   internationaler Moderation. Ich weiß wohl, dass dies sich phantastisch anhört.
   Und dennoch: ein wirklich souveräner Libanon sollte das tun können,
   was Ägypten und Jordanien längst vollzogen haben.
   Wirkliche Streitpunkte zwischen beiden Staaten gibt es kaum

Hoffen wir also mit aller Kraft, dass sich die Völkergemeinschaft, aber auch Israel und der Libanon zu einer Lösung der Vernunft durchringen. Stehen wir hinter der Bundesregierung, die in dieser Krise so oder so eine aktive Rolle spielen muss. Was aber am wichtigsten ist: Setzen wir immer wieder Zeichen der Verbundenheit und der Solidarität mit unseren israelischen Freunden, jeder an seinem Platz. Und wenn der islamistische Mob brüllt "Tod für Israel!" - wir bleiben dabei: "SHALOM ISRAEL!"

Prof. Manfred Lahnstein
Präsident

 


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