25. Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz vom 27. Februar bis 13. März 2016

25. Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz vom 27. Februar bis 13. März 2016

„Wir sind stolz darauf, in den ‚neuen Bundesländern‘ die Ersten mit einer solchen Reihe gewesen zu sein… Wir sind stolz auf unsere neugierigen treuen Besucherinnen und Besucher“, schreibt Egmont Elschner, Vorsitzender Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz e.V., im Programm. Zum Jubiläum präsentiert sich das Festival mit einem neuen Logo und dem ebenfalls neu gestalteten Programmheft.
Zur Eröffnung am 27. Februar lädt ein doppelter Musikabend in die Oper und die Kunstsammlungen am Theaterplatz ein. In den darauffolgenden zwei Wochen machen 31 Mitveranstalter mehr als 80 Angebote: Vorträge, Führungen, Konzerte, Filme, Ausstellungen, Tanz und Schulbesuche. Beim Abschlusskonzert „Dus gezang fin Geto Lodzh = Song of the Lodz Ghetto“ erklingt in der Stadthalle jiddische Musik, die zwischen 1939 und 1945 im nationalsozialistischen Ghetto Łódź (Polen) geschrieben wurde.
Ein Vierteljahrhundert Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz veranlasst den Botschafter des Staates Israels, Yakov Hadas-Handelsman, zu einem Besuch mit dem Vortrag „Die Beziehungen Israels zur Bundesrepublik Deutschland 50 Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen“. Außerdem wird es erstmals einen Studentenaustausch zwischen der Technischen Universität Chemnitz und dem israelischen Sapir-College geben. Den Auftakt bildet das öffentliche Seminar „Demokratie unter Gewaltbedingungen leben“.
Ein Gründer der Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz ist der inzwischen verstorbene Pfarrer Mathias Wild, damals auch Leiter des Evangelischen Forums. Diese landeskirchliche Einrichtung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als „Amt für Gemeindedienst“ gegründet. Schon zu DDR-Zeiten wurde das Gespräch mit der jüdischen Gemeinde gesucht. Das Evangelische Forum beteiligt sich ohne Unterbrechung an den Tagen der jüdischen Kultur in Chemnitz. In diesem Jahr sind sieben Veranstaltungen geplant. So kommt Uwe von Seltmann, der frühere Chefredakteur des SONNTAGs, mit seinem Film „Boris Dorfman: A Mentsh“ am 3. März nach Chemnitz. Darin erzählt der 90-jährige Boris Dorfman die Geschichte der Lemberger Juden in seiner jiddischen Muttersprache. 600 Jahre lang war die multi-ethnische Stadt Lemberg ein Zentrum jüdischen Lebens (heute Lwiw in der Westukraine). Im Zweiten Weltkrieg wurde diese einzigartige Kultur zerstört. 75 Jahre nach Kriegsbeginn erinnert Boris Dorfman an die Vergangenheit, „um auf die Zukunft vorzubereiten“.
Gegenüber den Vorjahren hat sich die Zahl der Veranstaltungen erneut erhöht. Egmont Elschner freut sich über die „ständig wachsende Zahl begeisterter Menschen und Mitveranstalter in Chemnitz“. Er ist überzeugt: „Gute Kultur, besonders gute jüdische Kultur, schafft ein Klima, das allen gut tut.“ Und weil Frieden und Kultur zusammen gehören, hat sich der verantwortende Verein nach Elschners Worten entschieden, die Veranstaltungen zum Chemnitzer Friedenstag mit aufzunehmen.
Dorothee Morgenstern

Weitere Informationen: www.tdjk.de


Unsere TdjK-Veranstaltungen habe ich am 10.02.16 an Frau Reuther gemailt, sicherheitshalber hier noch einmal:

Fotoausstellung „Jüdisches Leben heute“ ab 26.02.16 in der Stadt- und Marktkirche St. Jakobi, Öffnungszeiten der Kirche: montags bis samstags 11-15 Uhr, mittwochs und donnerstags 11-17 Uhr; Finissage zur Vesper mit Musik am 10.03.16, 18 Uhr

Sonntag, 28. Februar 2016, 19 Uhr, Jakobisaal Chemnitz, Theaterstraße 25
Einführung in das biblische Hebräisch
Vor allem Gäste ohne Vorkenntnisse erhalten einen ersten Einblick in die Sprache und die Welt der hebräischen Bibel. Interessierte können sich an diesem Abend über künftige Hebräischkurse und Prüfungsmöglichkeiten informieren.
Leitung: Daniel J. Naumann (Dozent für Althebräisch)

Mittwoch, 2. März 2016, 19-21 Uhr, Jüdisches Gemeindezentrum Chemnitz, Stollberger Straße 28
Tora-Lerntag „Aaron, Bruder des Mose“
Leitung: Dr. Ruth Röcher (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz) und Dorothee Lücke (Pfarrerin, Leiterin des Evangelischen Forums Chemnitz)
Anmeldung beim Evangelischen Forum, Theaterstr. 25, 09111 Chemnitz, Telefon 0371 40056-12 oder E-Mail ev.forum@evlks.de

Schülerlesung mit Uwe von Seltmann am 3. März 2016 im Georgius-Agricola-Gymnasium

Donnerstag, 3. März 2016, 19 Uhr, DAStietz Chemnitz, Moritzstraße 20, Veranstaltungssaal
„Boris Dorfman: A Mentsh“ Filmvorführung und Gespräch mit Uwe von Seltmann
Weitere Informationen: https://calendar.boell.de/en/node/101631

Schülerlesung mit Uwe von Seltmann am 4. März im Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium

Montag, 7. März 2016, 19 Uhr, Jakobisaal Chemnitz, Theaterstraße 25
„Ich kann die Sprache dieses kühlen Landes nicht“ – Heimweh im Leben und Werk von Else Lasker-Schüler
Vortrag von Esther Pofahl, evangelische Theologin, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V.






 


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