Jubiläumsfeier AG Augsburg

von Dr. h.c. Johannes Gerster Ehrenpräsident der DIG

Vor 50 Jahren wurde die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) von maßgeblichen Bundespolitikern aller damaligen Parteien gegründet, um die ein Jahr zuvor aufgenommenen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel mit Leben zu erfüllen. In Israel wurde zeitgleich die Schwesterorganisation Israelisch-Deutsche Gesellschaft (IDG) ins Leben gerufen. Hierzulande wurde aus dem anfänglichen Zentralverband ein Dachverband mit 50 regionalen Arbeitsgemeinschaften. Alle packten mit an: es kam zu über 100 kommunalen Partnerschaften, etwa gleich vielen Verbindungen zwischen den Universitäten und Hochschulen beider Länder und zu nicht zählbaren Begegnungen von Menschen aller Altersstufen in Israel aber auch in Deutschland. Alles paletti, könnte man meinen, was brauchen wir noch die DIG in Deutschland und die IDG in Israel?

Es gibt drei gewichtige Gründe, weshalb vor allem die DIG heute und morgen noch mehr gebraucht wird als in der Vergangenheit.

Erstens: Die Existenz Israels ist nicht weniger gefährdet als in der Vergangenheit. Noch immer wird Hass und Gewalt gegen den jüdischen Staat in der ganzen arabischen Nachbarschaft gepredigt, auch in Ägypten und Jordanien, die formal Friedensverträge mit Israel abgeschlossen haben. Dies ist nicht neu, neu ist aber, dass mit den blutigen Auseinandersetzungen und dem Terror in den Nachbarstaaten die Sicherheitslage Israels gesunken ist und mit dem Ansehensverlust der USA in dieser Region Israel verwundbarer geworden ist. Israel liegt mitten im Pulverfass Nahost, das seit über fünf Jahren von islamistischem Terror, Gewalt und Krieg überzogen ist. Israel braucht daher mehr denn je Freunde in der Welt.

Zweitens: In keiner Krisenregion der Welt wird so einseitig und unfair gegen eine Konfliktseite geurteilt und gehetzt wie in der israelisch-palästinensischen Auseinandersetzung. Israel ist die einzige Demokratie, der einzige Rechtsstaat in Nahost. Europa und Israel sind durch die gleichen Grundwerte und Grundüberzeugungen miteinander verwoben. Und dennoch wird Israel ständig einseitig von der EU und der UNO gemaßregelt und verurteilt. So hat der UN-Menschenrechtsrat von 2006 bis 2015 Israel 61mal wegen Menschenrechtsverletzungen und Syrien gerade 15mal verurteilt. Länder wie die Türkei und Russland, die Menschenrechte seit Jahren systematisch abbauen, werden überhaupt nicht verurteilt. Deutlicher kann nicht bewiesen werden, dass dieser UN-Menschenrechtsrat mit zweierlei Maß misst. Israel braucht Freunde, die gegen diese politisch motivierten Einseitigkeiten vorgehen. Veritas facit pacem, Wahrheit schafft Frieden.

Drittens: Deutschland ist im Bewusstsein der Israelis ihr zweitbester Freund in der Welt nach den USA. Traumziel der meisten jungen Israelis ist seit Jahren Berlin. In Deutschland verlor Israel in den letzten Jahrzehnten dagegen deutlich an Sympathie. Die internationale Dämonisierung Israels und die europäische Einseitigkeit gegen Israel fallen hierzulande auf einen fruchtbaren Boden. Es geht nun nicht darum, Israel zu verherrlichen, seine Fehler zu vertuschen oder zu beschönigen. Israel kann aber beanspruchen, wahrheitsgetreu und fair beurteilt und behandelt zu werden. Hier müssen wir von der DIG aktiver und besser werden.

Israel braucht uns, in Zukunft noch mehr.



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