Nr. 41/2014 – Woche 06.10. bis 12.10.14

Yom Kippur in Israel


An Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, wird nicht nur in den Synagogen
um Vergebung für alle und nicht nur den Einzelnen gebeten, es ist ein Tag der
Reflektion, des Innehaltens und Fasten. Und es ist genauso ein Tag der guten Luft,
der autofreien Straßen, der Radfahrer auf der Autobahn und den spontanen
Singkreisen auf den befahrensten Straßen der großen Städte. Die Luftverschmutzung
sinkt an diesem Tag um über 70%.
Für Außenstehende mag der Kontrast zwischen innerer Einkehr und gemeinsamem
Singen groß erscheinen, jedoch passt genau das beispielsweise in die weitgehend
sekuläre Stadt Tel Aviv: Auf der King George Straße, an der Kreuzung mit Ben Tsion,
also einem der Hauptknotenpunkte der Stadt, haben am Abend des 25-stündigen
Yom Kippur Feiertags Religiöse einen riesigen Teppich ausgebreitet und alle zum
Singen eingeladen: Juden, Nicht-Juden, religiöse und sekuläre Spaziergänger.
In den Synagogen herrscht Hochbetrieb, genauso wie auf den großen Boulevards -
und der Gebrauch von Mobiltelefonen ist im kommunikationsfreudigen Israel an
diesem einen Tag verpönt.