Nr. 37/2016 – Woche 12.09.16 bis 18.09.16

Sicherheitsstandard auf Israels Baustellen muss verbessert werden


Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Israel gehört zu der höchsten in allen
westlichen Ländern und ist doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt, das zeigte
eine Studie des Wirtschaftsministeriums und des nationalen Versicherungsinstituts
bereits im Mai auf. Einem Bericht der Zeitung Haaretz zufolge starben im ersten
Quartal diesen Jahres allein 15 Menschen auf Baustellen. Wie dringend ein besserer
Sicherheitsstandard vor allem auf Israels Baustellen nötig ist, zeigt auch das schwere
Unglück in Tel Aviv in der vergangenen Woche: Nachdem die Tiefgarage eines noch
im Bau befindlichen Gebäudes zusammengestürzt war, konnten sechs Menschen nur
noch tot aus den Trümmern geborgen werden. Weitere 23 Menschen wurden zum
Teil schwer verletzt. Die meisten von ihnen waren arabisch-israelische und
palästinensische Bauarbeiter.

Knesset-Mitglied und Leiter der Komitees für Arbeit und Soziales Eli Alaluf setzt sich
seit Jahren dafür ein, dass Bauunternehmer härter bestraft werden, wenn sie nicht
die nötigen Sicherheitsstandards einhalten: „Ich rufe das Arbeits- und
Sozialministerium auf, die Gesetze, die wir in unserem Komitee erarbeitet haben, zu
implementieren und die Baustelle zu schließen.“ Das Gesetz fordert eine zweitägige
Schließung jeder Baustelle, auf der es zu einem Todesfall oder schwer Verletzten
gekommen ist. In dieser Zeit sollen Inspektoren die Baustelle untersuchen und ggf.
Verletzungen der Sicherheitsstandards anzeigen. Bauunternehmer, die nicht
kooperieren können mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer
Geldstrafe in Höhe von ca. 20.000 USD bestraft werden.


Der schwere Unfall auf einer Baustelle in Tel Aviv ist nur einer von vielen (Bild: Eli Gotman).

Weitere Informationen:
Bessere Sicherheitsstandards auf Baustellen nötig (eng), Times of Israel, 05.09.16
http://www.timesofisrael.com/after-building-collapse-mks-push-stricter-safetybill/

--> Die gesamte Ausgabe der Zwischenzeilen als PDF herunterladen. <--





Zwischenzeilen

Pharmazie-Gigant Teva muss tausende Mitarbeiter entlassen weiter

Pressemitteilungen

Israelfreunde verlangen Überarbeitung des Passus zum Nahen Osten weiter