Nr. 24/2017 – Woche 13.06.17 bis 19.06.17

Hygiene wird zum Luxus

Eigentlich gäbe folgende Nachricht Anlass zur Freude: Der israelische Monatslohn steigt. Im ersten Quartal des aktuellen Jahres entsprach das durchschnittliche Einkommen 10’449 Schekel (2’630 Euro). 2016 lag der Betrag noch bei 9’805 Schekel (2’470 Euro). Trotzdem rennt in Israel niemand jubelnd durch die Straßen, schon gar nicht der israelische Wirtschaftsminister Eli Cohen.

Cohen hat allen Grund zur Zurückhaltung, denn eine neue Untersuchung zeigt, was die meisten Israelis Tag für Tag negativ zu spüren bekommen: Die Lebenshaltungskostensind sind viel zu hoch. Das Wirtschaftsministerium hat aktuell die Preise von Hygieneartikel internationaler Marken unter die Lupe genommen und diese mit den Preisen im Ausland verglichen. Das Fazit stimmt so manch einen
wütend, denn in Israel kosten viele ausländische Produkte fast um die Hälfte mehr als in den 13 untersuchten Nationen. «Der israelische Konsument wird nicht länger der Trottel sein», sagte Cohen an einer Pressekonferenz letzte Woche.

Im OECD-Ländervergleich kosteten Hygieneartikel laut Bericht 19 Prozent mehr als im Rest der Welt. Dies sei vor allem in Anbetracht des israelischen Einkommens untragbar: «50 Prozent der Bevölkerung Israels verdient weniger als 7’000 Schekel (1’760 Euro)», so Cohen. Eine Rechnung, die für ihn nicht aufgeht: «Ich glaube an einen fairen Handel und nicht an Selbstgefälligkeit.»

Mehr als heiße Luft: Schönheit hat in Israel einen hohen Preis. (Bild: Screenshot).

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