HALLE: „Modernisierter Judenhass. Über den Zusammenhang von Antizionismus und Antisemitismus“
7. Oktober @ 19:00 - 21:00
Eine Podiumsgespräch mit Volker Beck, Mirna Funk und Stephan Grigat
Veranstalter: Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt, Bündnis gegen Antisemitismus Halle und Jüdische Gemeinde Halle
Drei Jahre nach dem die Hamas, der islamische Dschihad und zahlreiche palästinensische Zivilisten das größte Massaker an den Juden seit dem Holocaust begingen, fällt die Bilanz erschreckend aus: Die Übergriffe auf Juden haben weltweit zugenommen. Eine Untersuchung für die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungsanteilen – außerhalb von Israel – zählte in diesen Staaten nur 2025 über 23.000 antisemitische Vorfälle, 20 Juden wurden bei Angriffen allein in Australien, Großbritannien und den USA ermordet. Auch in Deutschland ist die Situation desaströs, hier zählt die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus über 8.700 judenfeindliche Vorfälle für das vergangene Jahr.
Auf Israel werden von den Antizionisten dieser Welt Vorstellungen, Motive und Absichten projiziert, deren Nähe zu alten antijüdischen Ressentiments kaum zu übersehen ist. Wo einst von Ritualmorden an Kindern, von Brunnenvergiftungen oder von Juden als Dämonen und Teufel die Rede war, erscheinen zeitgenössische Varianten derselben Erzählung: Israel als Kindermörder, als Völkermörder, als Ausgeburt kolonialer Unterdrückung, als gefräßiger Moloch oder als allmächtiger Störenfried des Weltfriedens. Die alten judenfeindlichen Legenden funktionieren noch heute, indem sie in die politische Sprache der Gegenwart übersetzt werden. An die Stelle religiöser Anklagen treten Begriffe wie „Genozid“, „Siedlerkolonialismus“ oder „Apartheid“; an die Stelle des als Inbegriff des Bösen imaginierten Juden tritt der vermeintlich von Boshaftigkeit getriebene jüdische Staat. Gemeinsam ist all diesen Zuschreibungen die Vorstellung, Israel stehe immer in Gegensatz zu allen anderen Staaten.
Woher rührt dieser Hass auf Israel? Lassen sich Antizionismus und Antisemitismus überhaupt unterscheiden? Diesen Fragen soll im Rahmen des Podiumsgespräches mit
Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Mirna Funk, Schriftstellerin und Journalistin
Stephan Grigat, Professor für Theorien und Kritik des Antisemitismus an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen
nachgegangen werden.