Vortrag und Buchvorstellung: „Fluchtpunkt Entebbe. Der linke Terrorismus und Israel“
13. Oktober @ 19:00 - 21:00
Eine VA der DIG AG FRANKFURT
Vortrag und Buchvorstellung mit dem Autor Jan Gerber (Halle/Saale)
Im Juni 1976, vor fünfzig Jahren, entführte ein deutsch-palästinensisches Terrorkommando eine Passagiermaschine, die von Tel Aviv nach Paris unterwegs war. Sie wurde nach Entebbe in Uganda umgeleitet. Im Verlauf der Entführung trennten die Geiselnehmer – Mitglieder der Revolutionären Zellen und der Volksfront zur Befreiung Palästinas – jüdische von nichtjüdischen Passagieren. Als Geiseln behielten sie ausschließlich Juden. Damit tauschte das Kommando “sozialrevolutionäre Maßstäbe gegen die der Sippenhaft” ein, wie eine selbstkritische Gruppe der Revolutionären Zellen später schrieb. Zeitgenössische linke Kritik, die über die allgemeine Verurteilung von Flugzeugentführungen hinausging, blieb jedoch aus.
Für Empörung sorgte vor allem die israelische Befreiung der Geiseln. In der Entführung nach Entebbe kulminierte einmal mehr die antizionistische Verbalmilitanz, die von der Protestbewegung seit 1967 gepflegt wurde. Zugleich gehört sie zur Vorgeschichte der Begeisterung, mit der ein nicht unerheblicher Teil der globalen Linken auf das antisemitische Massaker vom 7. Oktober 2023 reagierte.
Jan Gerber ist Historiker und Politikwissenschaftler. Er ist Autor mehrerer Bücher über die Geschichte der Linken und den Antisemitismus.
Der genaue Ort der Veranstaltung wird nach der Anmeldung mitgeteilt, über:
Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.
Eine Veranstaltung im Rahmen von Buch und Kritik 2026 unterstützt von den Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung, dem Bündnis 07. Oktober der Frankfurt University of Applied Sciences, der DIG AG Frankfurt und dem Jungen Forum Frankfurt der DIG.