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Mod Helmyder „Arabische Schindler“

21. Oktober @ 18:30 - 20:00

Mit anschließendem öffentlichem Gespräch: Juden und Muslime gemeinsam in Deutschland.

Gemeinsam laden die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat Gemeinde Hannover und die Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Hannover für Donnerstag, 21.10.2021 um 18.30 Uhr zu Lesung und Gespräch in die Sami Moschee (Alter Damm 47, 30419 Hannover) ein.

2013 ehrte die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zum ersten Mal einen Ägypter als “Gerechten unter den Völkern” mit der Begründung: „Trotz eigener Verfolgung durch die Nationalsozialisten hat Helmy sich gegen die herrschende Politik ausgesprochen und sein Leben für seine jüdischen Freunde riskiert.“

Mohamed Helmy, in Ägypten geboren, ging 1922 nach Deutschland, um Medizin zu studieren. Ab 1931 arbeitete er am Krankenhaus Moabit. Hier waren rund zwei Drittel der Ärzte jüdisch, sie alle wurden am 1. April 1933 entlassen und teils ermordet. Helmy war Muslim. Er galt den Nazis zwar als ‘nicht-arisch’, wurde jedoch zunächst nicht verfolgt und durfte weiter als Arzt praktizieren.
Bei Kriegsausbruch wurde er, weil Ägypten britisches Protektorat war, mit anderen Ägyptern interniert, im Mai 1940 aber wieder freigelassen. Er eröffnete danach eine eigene medizinische Praxis. Hier nahm Helmy ein 17-jähriges rumänisch-jüdisches Mädchen auf, Anna Boros, und versteckte sie als die Gefahr der Entdeckung drohte in einer Gartenlaube in Berlin-Buch. Ihre Großmutter, Cecilie Rudnik, brachte er zu einer Patientin, der er
vertraute, in ein Versteck. Diese Vertraute war Frieda Szturmann, die von Yad Vashem gemeinsam mit Helmy geehrt wurde. Großmutter und Enkelin überlebten dank dieser Hilfe die Shoah.

Igal Avidan, der seit 1990 in Berlin für deutsche und israelische Zeitungen arbeitet, recherchierte die Lebensgeschichte von Mod Helmy und veröffentlichte sie als Buch. Er glaubt, dass Helmy etliche Juden gerettet hat, belegen kann er dies nur für Cecilie Rudnik und Anna Boros.

Im Anschluss an die Lesung werden Jawad Ahmad Sidhu und Herr Dr. Wjahat Waraich von der Ahmadiya-Gemeinde, Dr. Kay Schweigmann-Greve von der DIG-Hannover und der Autor des Buches über das Potential der Geschichte Mod Helmys für die Identifikation deutscher Muslime mit deutscher Geschichte und dann auch über Gemeinsames im Leben von Juden und Muslimen in Deutschland sprechen. Beiträge aus dem Publikum hierzu sind
erwünscht.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Aufgrund der derzeitigen Corona-bedingten Hygiene-Maßgaben ist eine vorherige Anmeldung unter Nennung der Kontaktdaten für den Besuch der
Veranstaltung erforderlich (per Mail an: oder unter Tel: 0176 568 45991 (Hr. Khan)

Einlass ist ab 18.00 Uhr. Es gilt die 3 G-Regel.

Details

Datum:
21. Oktober
Zeit:
18:30 - 20:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Sami Moschee
Alter Damm 47
Hannover, 30419 Deutschland

Veranstalter

DIG AG Hannover
Ahmadiyya-Muslim-Jamaat Gemeinde Hannover