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Monika Schwarz-Friesel: Der Dammbruch – Historische Parallelen – Vereinte Extremisten – Chiffren des Hasses – Rolle der Medien
6. Juli @ 19:00 - 21:00
Eine VA von DIG AG NÜRNBERG-MITTELFRANKEN und Freundeskreis Synagoge Hainsfarth
Das antisemitische Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und die verstörenden Reaktionen auf dieses Pogrom stellten einen Dammbruch dar: Kommunikative Grenzverschiebungen und semantische Radikalisierung gab es zwar zuvor schon, vor allem im Internet, aber nach dem 7. Oktober brachen Fluten von judenfeindlichen Aktivitäten mit besonders virulenter Intensität und einem neuen Selbstbewusstsein herein, und dies nicht nur an den Rändern, sondern inmitten der Zivil-Gesellschaft.
Der Vortrag beleuchtet anhand zahlreicher Beispiele diese Eruptionen des Judenhasses, erklärt seine aktuellen Manifestationen als anti-judaistische Reproduktionen historischer Muster und beschreibt seine vielfältigen Verknüpfungen und Synergien, erörtert die „Israelisierung von Judenfeindschaft“, insbesondere in den Bildungs-, Kultur- und Feuilleton-Diskursen sowie das Versagen der Medien.
Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel (* 28. November 1961 in Bensberg) ist eine deutsche Kognitionswissenschaftlerin, Antisemitismusforscherin und Professorin an der Technischen Universität Berlin. Sie hat zahlreiche empirische Untersuchungen zum Thema Antisemitismus und Sprache, Judenhass im Internet sowie zur kollektiven Emotion Judenhass in der Mitte der Gesellschaft durchgeführt.
Im Rahmen einer von der TU Berlin verantworteten Langzeitstudie untersuchte sie mit ihrem Team über mehr als ein Jahrzehnt Kommentare in Kommentarspalten von Qualitätsmedien, sozialen Netzwerken, Ratgeberportalen und Foren, um Ausmaß und Formen des Antisemitismus im Internet zu erfassen. Die Studie dokumentierte eine deutliche Zunahme sowohl der Häufigkeit als auch der sprachlichen Radikalisierung antisemitischer Äußerungen und weist das Internet als zentralen Multiplikator und Beschleuniger judenfeindlicher Kommunikation aus.
Ihre Analysen zeigen zudem, wie die Semantik des Judenhasses über die Jahrhunderte erhalten blieb und sich lediglich oberflächlich einige Ausdrucksformen verändern. Die antisemitische Hassrede unterschiedlicher politischer und ideologischer Gruppen weist daher mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen auf.
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