Israels zweiter Platz beim ESC ist ein klares Signal gegen Ausgrenzung und Boykott – Wer einen israelischen Sieg als Gefahr beschreibt, stellt den fairen Wettbewerb infrage

Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, erklärt:

Israels zweiter Platz beim Eurovision Song Contest ist ein großartiger Erfolg für Noam Bettan und ein deutliches Signal an all jene, die Israel von der ESC-Bühne drängen wollten. Nach massiven Boykottkampagnen, dem Rückzug mehrerer Länder und antiisraelischer Hetze rund um Israels Teilnahme haben europäische Jurys und Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer gezeigt: Israel gehört zum ESC.

Bemerkenswert ist dabei: Israel landete auch nach den Regeländerungen des diesjährigen Wettbewerbs erneut auf dem zweiten Platz. Noam Bettan erreichte Platz 8 in der Jurywertung und Platz 3 im Publikumsvoting.

Umso befremdlicher ist es, wenn nun deutsche Medien Bulgarien dafür feiern, den ESC vor einem israelischen Sieg „gerettet“ zu haben und einen Sieg Israels als Gefahr für den Wettbewerb selbst beschreiben. Das Gegenteil ist richtig: Nicht ein israelischer Erfolg beschädigt den Eurovision Song Contest, sondern die Vorstellung, ein demokratisches Abstimmungsergebnis sei nur dann akzeptabel, wenn Israel nicht gewinnt. Sollen Jurys und Publikum künftig aus Sorge vor den politischen Reaktionen auf einen israelischen Sieg anders abstimmen, als sie es musikalisch für richtig halten? Dann ginge es beim ESC endgültig nicht mehr um Musik. Wer so argumentiert, stellt den offenen und fairen Charakter des Wettbewerbs infrage.

Versuche, Israel über Kulturboykotte aus internationalen Wettbewerben und Bühnen zu drängen, dürfen gar nicht erst salonfähig werden. Solchen antisemitisch motivierten Ausgrenzungsversuchen muss überall entschieden entgegengetreten werden – gerade dann, wenn sie sich als vermeintliche Sorge um Kunst, Kultur oder Verständigung ausgeben.

 

 



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