Nach Angriff auf DIG-Mitglied in Würzburg: DIG fordert ein Ende der Normalisierung antisemitischer Gewalt

DIG Mitglied wegen Israel-Pin angegriffen

Die Normalisierung von Israelhass und antisemitischer Gewalt muss gestoppt werden!

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. in Würzburg von einem Mann syrischer Herkunft angegriffen. Der Täter hatte das DIG-Mitglied zuvor auf dessen Pin mit Israel-Flagge angesprochen. Von einer sachlichen Diskussion schlug das Gespräch schnell um. Dabei äußerte sich der Angreifer schwulenfeindlich. Danach trat der Täter auf Kopf und Körper des Opfers ein, als dieses bereits am Boden lag. Zwar riefen Passantinnen und Passanten die Polizei, sie unternahmen jedoch nichts weiter, und erst die eingetroffene Polizei stoppte die Gewalt. Der Zustand des Opfers ist den Umständen entsprechend stabil.

Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V., dazu:

“Ich bin schockiert über diesen antisemitischen Angriff. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft verurteilt diese grausame Tat gegen unser Mitglied aufs Schärfste. Unsere Gedanken sind beim Betroffenen, seiner Familie und seinen Freunden. Wir wünschen ihm von Herzen eine schnelle Genesung. Es braucht nun eine rasche und harte Bestrafung des Täters, die diesem antisemitischen Angriff gerecht wird.

Die Enthemmung antisemitischer Gewalt in Deutschland hält an. Wer Israel mit Genozid- und Apartheidsvorwürfen verteufelt, schafft das gesellschaftliche Klima für solche Übergriffe.

Wer sich eine Palästina-Flagge ans Revers heftet, muss keine Angst vor Übergriffen haben – und das ist richtig so! Niemand sollte das haben müssen. Doch wer sich als Freund oder Freundin Israels oder als jüdisch erkennbar macht, muss um sein Leben bangen. Das darf nicht mehr toleriert werden und dem Klima, das solche Taten begünstigt, muss von Demokratinnen und Demokraten klipp und klar entgegengetreten werden.

Laut RIAS äußerte sich Antisemitismus 2025 in vier Vorfällen extremer Gewalt, 178 Angriffen und 257 Bedrohungen. Dass nach solchen Taten der mediale und politische Aufschrei ausbleibt, zeigt, dass antisemitische Gewalt in Deutschland immer weiter normalisiert wird. Damit muss Schluss sein. Es reicht!”

Am Freitag, 24. Juli 2026, findet am Unteren Markt in Würzburg eine Mahnkundgebung gegen antisemitische Gewalt statt.



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